Rezensionen

The Cribs – Ignore The Ignorant

Trotz einem Top 100 Album und einem Top 20 Album in England haben The Cribs im Rest Europas immer noch den Ruf der ewigen Support-Band weg. Ein Umstand, den zu ändern die anstehende Support-Tour mit Franz Ferdinand vielleicht nicht unbedingt zuträglich ist. Aber die Jarman-Brüder fahren nun große Geschütze auf, um auch auf dem europäischen Festland nicht mehr nur als die Band mit dem 2005er Hit „Hey Scenesters“ belächelt zu werden. So können sie nun an der Gitarre niemand anderen als The Smiths Legende Johnny Marr vorweisen. An die Regler holten sie sich dann noch Nick Launay (Maxïmo Park, Arcade Fire, Nick Cave, Yeah Yeah Yeahs), damit das mit dem Hit-Album endlich klappt.

Der Start von „Ignore The Ignorant“ scheint aber dann den eigenen Vorstellungen nicht wirklich gerecht zu werden. Die Nummern „We Were Aborted“ und „Cheat On Me“ sind nette, zwischen britischem Indie-Rock a lá The Twang und amerikanischem Indie-Rock im Stil von Rooney hin und her wechselne Songs, die so auch die Kollegen von den Kilians hinkriegen würden. Originell klingt anders, aber zumindest am starken Gitarrenspiel merkt man schon einmal den eindeutigen Einfluss von Johnny Marr, das ist dicht, unterhaltsam und gut strukturiert. Etwas weg vom Indie-Rock hin zum Pop geht es dann mit „We Share The Same Skies“, der Refrain ist unterhaltsam und die Melodie hübsch eingängig. Bei „City Of Bugs“ zeigen The Cribs dann auch endlich etwas Mut und legen einen für sie untypischen sechs minütigen Soft-Rocker mit stimmigem Gitarrensolo, marschierenden Drums und gut durchdachtem Spannungsbogen vor. Zackig abrocken können The Cribs natürlich auch immer noch, so wirkt dann „Hari Kari“ wie ein Song aus der Anfangszeit der Jarman Brüder, die Drums holpern etwas und die Gitarren zappeln fröhlich im Takt mit. Der nächste Durchhänger lässt dann leider auch nicht lange auf sich warten, so plätschert „Last Year’s Snow“ etwas vor sich hin, bietet zwar nette Riffs, aber keine wirklichen Höhepunkte. So auch das Stück „Emasculate Me“, das zwar wieder das Tempo etwas anzieht, aber eben auch einfach nur nett ist und sich in seiner vorgertragenen LoFi-Attitüde sonnt. Der Titelsong „Ignore The Ignorant“ reißt dann auch nicht mehr viel, der kommt wie die Opener mit britischer Indie-Rock Attitüde daher und so schnell, wie er die Kids auf die Tanzfläche ihres Indie-Clubs ziehen wird, so schnell ist der Song auch schon wieder verflogen. Ein letztes Aufbäumen gibt es dann am Ende mit dem langsamen „Save Your Secrets“, das sich gegen Ende immer mehr steigert und The Cribs von der unterhaltsameren Seite zeigt. Das macht „Ignore The Ignorant“ dann zu einem Album, das sich etwas zu tief in der Indie Rock Klischeekiste bedient, statt auch einmal mit neuen, eigenen oder auch nur Ideen aus anderen Genres aufzuwarten. Eines das keinen größeren Anspruch verfolgt, als einfach nur nett vor sich hin zu rocken, das keinem weh tut und niemanden überfordet, immerhin, den Anspruch erfüllt es, mehr bleibt dann auch nicht übrig.

Rating: ★★☆☆☆ 
The Cribs
Video zu „Cheat On Me“

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