Rezensionen

The Candle Thieves – Balloons

The Candle Thieves - Balloons

Man soll sich ja normalerweise nicht von der Aufmachung eins Plattencovers dazu verleiten lassen, darauf zu schließen, ob man ein Album gut oder schlecht findet. Meistens tut man es aber natürlich doch und wenn ein Cover vor Hässlichkeit und Unoriginalität nicht zu überbieten ist, dann liest man das Album häufig gar nicht erst in seine iTunes-Bibliothek ein. Das Duo The Candle Thieves aus dem britischen Peterborough muss sich keine Sorgen machen, direkt zur Seite gelegt zu werden. Das Cover sticht nämlich mit seiner hübschen Gestaltung aus lauter, auf cremefarbenem Grund durcheinander angeordneten Punkten, gleich ins Auge und es weiß sogar in gewisser Weise einen ersten Eindruck davon zu vermitteln, wie die Kerzendiebe klingen. Nämlich bunt und vergnügt mit gesetzteren Einsprengseln.

Der Opener des „Balloons“ betitelten Albums hört ganz schlicht auch auf den Namen „Balloon“ und ist ein reines Instrumentalstück, das sich mit Piano und in der Folge einsetzender, dichter Instrumentierung aus Gitarre und Schlagzeug langsam hochschaukelt und den Hörer in Stimmung bringt. Die Ohren sind vorgewärmt vom schmeichelnden Opener.

„Flowers For Peggy“ nimmt dann richtig Fahrt auf und lädt beinahe zum Schunkeln ein. Das Piano gibt den Takt vor, in einem Stück, das klingt, als hätten sich Luke Leighfield und The Lucksmiths zu einer Jamsession getroffen. Locker flockiger Pop also mit Gute-Laune-Garantie. The Candle Thieves wissen neben diesen vergnügten Popschunklern aber auch nachdenklichere Töne anzuschlagen, sozusagen den Cremeton, auf dem die bunten Farbklekse noch besser zur Geltung kommen. Wie etwa im ruhigen „Earthquakes“. Schwermut und eine gewisse Sehnsucht machen hier den grellbunten Ballons der anderen Stücke Platz.

Diese stetigen Wechsel zwischen Schwermut und guter Laune halten das Album spannend und man sieht freundlich drüber hinweg, dass die Songs stellenweise nach einem öfters wiederkehrenden Muster konzipiert sind, das sie recht gleichförmig erscheinen lässt. Will heißen, die neue Britpop-Offenbarung sind The Candle Thieves nicht aber sie sind es auf jeden Fall wert, dass man sich mit ihnen befasst, denn einige Songs könnten sich als persönlicher Sommerhit anbieten. Zumal das Album mit dem Opener „Balloon“ und dem Rausschmeißer „Balloon #3“ zwei wunderbar atmosphärische Songs bietet.


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