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The Big Pink – A Brief History Of Love

So langsam neigt sich das Jahr dem Ende, die Bäume verlieren bald ihr Laub und die Tage werden sowieso schon eine Weile immer kürzer. Es ist also an der Zeit einmal kurz einen Blick zurück auf die letzten Monate zu werfen. Was gab es an Trends? Da war der Folk, der mich allerdings auch schon seit knapp 10 Jahren begleitet, nur aus irgend einem Grund dieses Jahr besonders trendy schien. Dazu kamen dann noch auffallend viele afrikanische Bands, die Musik der verschiedensten Spielarten, auch des Folk, präsentierten. Ganz wichtig natürlich auch Elektro, der war aber auch schon 2008 en vogue. Besonders „frisch“ war dieses Jahr also am ehesten das Revival des Shoegaze, den Bands, wie Now Now Every Children, The Pains Of Being Pure At Heart, Mercy Arms zwar nicht als Genre-Zuordnung, aber zumindest in ihrem Sound adaptiert haben. The Big Pink aus London schlagen nun auch schon das nächste Kapitel des diesjährigen Nu-Gaze Hypes auf.

Die haben sich übrigens nach dem Debüt-Album „Music From Big Pink“ von The Band benannt, nach dessen Frontmann auch ein Teil des Duos, nämlich Robbie Furze, benannt wurde. Zusammen mit Milo Cordell bringt der es auf Zusammenarbeiten mit den Klaxons, Alec Empire, Crystal Castles und Titus Andronicus. The Big Pink nun also nur in die Shoegaze Schublade zu stecken, wäre natürlich ähnlich eindimensional, wie selbiges mit The Pains Of Being Pure At Heart und Konsorten zu tun. So mischt das Duo vor allem noch jede Menge Rave- und Elektro-Sounds mit in seine Musik. Mit verschwurbelten Klängen einer verzerrten Gitarre und einem matschigen Bass startet das Duo dann auch mit „Crystal Visions“ in sein Debüt-Album, durch diesen Brei kämpft sich dann noch ein wenig hingerotzter Gesang. Das erinnert dann ein wenig an Kasabian, gerät aber bei Weitem nicht so nervig, wie bei den Mancunians. In „Too Young To Love“ geht das Duo dann ordentlich nach vorn, nur bleibt dann leider bei den wabernden Gitarrenwänden und den elektronischen Verzerrungen etwas der Song auf der Strecke. Das macht dann aber „Dominos“ schnell wieder wett. Ein Song, der eigentlich alles für einen der Hits des Jahres 2009 mit bringt. Eine absolut eingängige und wiedererkennbare Melodie, ein starker Refrain und eine Prise Suchtpotential sorgen dafür, dass sich der Song direkt in die Hirnwindungen brennt und Schubweise für Ohrwürmer erster Güte sorgt. Interessanterweise zeigen The Big Pink nach diesem starken Song direkt auch, was sie nicht können, Balladen nämlich. Die geraten, wie zum Beispiel „Love In Vain“, das mit Geigensamples und einem gemächlichen Beat etwas an die frühen The Verve erinnert, absolut cheesy und langweilig. Balladen bleiben aber Gott sei Dank in der Minderheit und meist gelingt es der Band auch trotz aller Spielereien und Verzerrungen noch eine Spur Song heraus kommen zu lassen. Etwas fraglich ist allerdings noch er Song „Tonight“, der im Refrain irgendwie an „Ein Bett Im Kornfeld“ erinnert, geht es da noch jemandem so? Ok, vergessen wir diesen Gedanken. „A Brief History Of Love“ ist in der Summe so etwas, wie eine bessere Alternative zu Kasabian. Vergleichbar mit denen sind dann auch leider klare Hits, wie „Dominos“, oder auch „Velvet“ etwas rar gesät.

Rating: ★★★½☆
The Big Pink

Video zu „Velvet“

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