Rezensionen

Temples – Sun Structures

Temples - Sun Structures

Prominente Unterstützung kann für junge Bands zugleich ein Segen und ein Fluch sein. Vor allem kommt es dabei auf die Person an, die einen unterstützt. Schnell kann man einen komischen Ruf erlangen, nur weil eine zweifelhaft berühmt gewordene Person in der Öffentlichkeit von einem schwärmt. In dieser Hinsicht haben die Psych-Rocker von Temples aus dem britischen Kettering Glück gehabt. Die Person Noel Gallagher an sich ist nun einmal ausschließlich ehrenhaft berühmt geworden. An seinem Verstand zweifelt man trotzdem häufiger mal. Da ist es aber gut, dass neben dem Oasis Gründer auch noch der ehemalige The Smiths Gitarrist Johnny Marr von dem jungen britischen Quartett schwärmt und sie als „beste neue britische Band“ bezeichnet. Kein Wunder eigentlich, sind doch beide Musiker bekannt als riesige Fans der Beatles. Temples treffen diesen Nerv und positionieren sich mit ihrem der psychedelische Retro-Sound irgendwo zwischen „Revolver“, „Stg. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ und „Pet Sounds“ von den Beach Boys. Und das als Band, deren Eltern noch Kleinkinder waren, als John Lennon, Paul McCartney und Brian Wilson in den 60er Jahren die Welt eroberten.

Doch bedienen sich Temples nicht nur bei den Größen der 60er, sie haben eindeutig auch mal Pink Floyd gehört und eine nicht zu leugnende Neigung zu Hippie-Sounds, ein wenig Glam und auch Dreampop. Verbunden mit ihrem feinen Melodiegespür ergibt das Songs, in denen Temples die kaleidoskopisch wabernden Sounds ihrer Vorbilder mit modernen Mitteln verknüpfen und so ein Album aufgenommen haben, das eine große songwriterische Reife zeigt. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das Quartett sein Debüt „Sun Structures“ in Eigenregie in ihrem Heimstudio aufgenommen hat. Das ist umso erstaunlicher, da die Produktion im Grunde keine Wünsche offen lässt und die Stücke kommen klar und direkt rüber. Also so klar, wie es bei psychedelischen Sounds halt sein kann. Das macht „Sun Structures“ zu einem überraschend leichtfüßigen Album, auf dem Temples ab der ersten Minute die Sonne beschwören. Mal mit vertrackten Gitarrenmelodien, dann wieder mit ausufernden Chören und immer mit einer gehörigen Portion Sonnenschein in den Melodien. So erschaffen Temples kaleidoskopische Songstrukturen, die jetzt schon Sehnsucht auf den kommenden Festivalsommer machen, in dem die Band den idealen Soundtrack für den Sonnenuntergang liefern könnten.

Temples auf Deutschland-Tour

16. Februar 2014, Köln – Gebäude 9
17. Februar 2014, Hamburg – Uebel & Gefährlich
18. Februar 2014, Berlin – BiNuu
19. Februar 2014, München – Ampere
20. Februar 2014, Frankfurt a.M. – Zoom

Sun Structures im Stream

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Discussion

  1. […] rund einem Monat veröffentlichten Temples aus dem britischen Kettering mit “Sun Structures” endlich ihr langerwartetes Debüt. Dank Vorschusslorbeeren von Noel Gallagher und Johnny Marr ist […]

    Posted by Wir präsentieren: Temples – auf Deutschland-Tour im Juni | WhiteTapes | März 17, 2014, 1:20 pm

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