Rezensionen

Teleman – Brilliant Sanity

Teleman - Brilliant Sanity

Fast genau fünf Jahre ist es nun schon her, dass Pete and the Pirates ihr zweites und damit auch finales Album „One Thousand Pictures“ veröffentlichten. Ein Album, auf dem sie sich ein wenig vom stürmischen Sound ihres Debüts verabschiedeten und diesen phasenweise durch Synthies und elektronische Spielereien ersetzten. Ein erster Vorgeschmack also eigentlich auf das, was drei Bandmitglieder ein paar Jahre später in veränderter Band-Besetzung als Teleman machen würden. Mit „Breakfast“ veröffentlichte die Band dann vor zwei Jahren ihr Debüt, das von Suede Gitarrist Bernard Butler produziert wurde und verträumten 80er Jahre Sound mit Synthie-Klängen und Britpop-Anleihen bot. Die vier Musiker ernteten dafür viel Lob von der Presse, tourten in der Folge unter anderem im Vorprogramm von Suede, Metronomy, Maxïmo Park und Kaiser Chiefs und spielten gefeierte Sets auf Festivals wie dem Green Man, End of the Road und Les Inrocks. Der Erfolg für die Band um Thomas Sanders war also trotz geschrumpfter Besetzung deutlich gewachsen. Deshalb ließen sich Teleman auch nur zwei Jahre Zeit bis zu ihrem zweiten Album, das den schönen Titel „Brilliant Sanity“ trägt und von Dan Carey im Süden Londons produziert wurde.

Nach einem namhaften Produzenten beim Debüt ist es der Band also wieder gelungen, einen großen Namen hinter die Regler zu bekommen. Carey hat immerhin schon für Sia, All We Are, Kylie Minogue, Hot Chip, Fatboy Slim, Lily Allen, Franz Ferdinand, Mystery Jets, uvm. gearbeitet und soll nun auch dabei helfen, den Namen Teleman noch bekannter zu machen. Für ihre deutschen Fans haben die vier Musiker da auch gleich ein kleines Schmankerl. Der Opener von „Brilliant Sanity“ hört nämlich auf den Namen „Düsseldorf“ (was Sanders sogar recht gut ausspricht). Ein vergnügt sommerliches Stück, mit abgehackten Rhythmen und trippelnder Melodie, das Britpop-Anleihen und krude Dance-Elemente vereint. Auch die weiteren Stücke zeichnen sich durch einen hohen Faktor Sonnenschein aus. Die Synthies erklingen tänzelnd, und je nach Songtempo, säuselnd, die Gitarren bilden ein warmes Bett und der Gesang klingt teils schwelgerisch, teils verschmitzt freudig, was allen Songs auf diese Weise eine durchweg sympathische Note verleiht. Dabei fällt es beinahe schwer, die Highlights richtig zu benennen, da das Album eine sprudelnde Dynamik entwickelt, bei der man sich ganz schnell verträumt lächelnd ertappt, ohne, dass man genau weiß, warum. Teleman präsentieren mit ihrem Zweitwerk ein Album, das bei allem Pop-Appeal nie in Kitsch oder Gefälligkeit verfällt, sich an Sonnenanbeter und Träumer richtet, nicht vor Experimenten zurückschreckt und das vor allem eines will: gehört werden.

Teleman auf Deutschland-Tour im April

20. April 2016, Frankfurt – Zoom
23. April 2016, Hamburg – Molotow
25. April 2016, Berlin – Privatclub
26. April 2016, München – Strom

Tickets gibt es bei FKP Scorpio, Eventim oder beim Tickethändler eures Vertrauens.

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