Rezensionen

talons' – Songs For Babes

In den Kommentaren zu unserer Rezension des zweiten Charge Group Albums „Escaping Mankind“ meinte David aus Luxemburg: „Own Records haben immer wieder wertvolle Schätze zu bieten“ und was sollen wir sagen, ja er hat Recht! So bescherte uns das kleine luxemburgische Label in diesem Jahr quasi aus dem Nichts zwei so hübsche Platten, wie eben die von Charge Group und auch die von Trouble Books. Mitglied der letztgenannten ist auch ein gewisser Mike Tolan aus Ohio, der nebenher auch noch ein Soloprojekt betreibt. Das hört auf den Namen talons‘, wurde 2003 gegründet. Nun veröffentlicht Mike nach einigen selbst releasten Songs mit „Songs For Babes“ seinen ersten weltweiten Release.

Und das, wie könnte es bei der Herleitung anders sein, natürlich auf Own Records. Das darf dann auch gern direkt als Qualitätsmerkmal verstanden werden. Wie der Name des Albums „Songs For Babes“ dann schon verrät geht es auf dem Album um Frauen. Darum geht es bei Singer Songwritern ja sowieso in 90% der Fälle, da ist es also nur legitim Frauen gleich auch mal zum Gesamtthema eines Albums zu machen. Dabei geht es dann nicht nur um Verflossene von Mike Tolan, sondern um Frauen aus seinem Umfeld, beispielsweise um eine junge Mutter, die sich durch’s Leben kämpfen muss und sich durch Teilzeitjobs über Wasser halten kann. Zwölf Songs sind es geworden und alle verbindet nicht nur die Widmung an eine Frau, sonden auch die einfach gehaltene Instrumentierung aus sanft angeschlagener und gezupfter Gitarre und Flüstergesang von Mike Tolan. Dahinter steckt dann natürlich noch viel mehr, die Songs klingen nämlich, als wären sie in der Küche bei offenem Fenster mit einem alten Tonbandgerät aufgenommen worden. Sind sie vielleicht auch wirklich. Neben Beiträgen von Freunden hört man dadurch dann noch die Sirenen vorbeirauschender Polizeiautos, Vogelgezwitscher, das Knacken des Tonbands, das sanfte Pllätschern des Regens, das Rauschen von Zügen und Wellen, die sich an der Küste brechen. Diese Geräusche klingen zwar wie zufällig in die Aufnahmen gerutscht, sind aber wahrscheinlich mit großer Detailverliebtheit extra aufgenommen und platziert worden. Das macht die zwölf Stücke zu einem intimem Klangerlebnis und einem besinnlichen Beleg sowol für Mike Tolan’s Songschreiberqualitäten, als auch für das feine Händchen von Own Records. Die haben im übrigen mit Firekites schon den nächsten tollen Release in der Pipeline.

Rating: ★★★★½
talons‘

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