Rezensionen

Sufjan Stevens – The Age Of Adz

Foto: Pressefreigabe

Ganze fünf Jahre mussten Fans mittlerweile seit dem letzten „richtigen“ Sufjan Stevens Album „Come on Feel the Illinoise!“ warten. Zwischendurch gab es eine umfangreiche Sammlung von Weihnachts-Songs, Outtakes von „Illinoise“ mit Namen „The Avalanche“, Outtakes von „Enjoy Your Rabbit“ mit Namen „Run Rabbit Run“ und ein Instrumental-Album mit Namen „The BQE“, das er dem Brookly Express Way widmete. Dass er das Projekt wirklich ein Album für jeden Bundesstaat der USA zu schreiben umsetzen würde schien immer unwahrscheinlicher. Mittlerweile hat er das in Interviews auch als Scherz abgetan, der er im Zuge von „Michigan“ und „Illinoise“ gern gemacht habe. „The Age Of Adz“ ist also das erste Album seit 2005 und recht ungewöhnlich für den 35jährigen Amerikaner. Er geht dieses Mal nämlich ganz ohne Konzept ans Werk. Er wolle den Songs kein Korsett anlegen, in dem einige der alten Songs nur funktionieren können.

Die Stücke sollen auch aus dem Zusammenhang gerissen noch wirken. Natürlich ist „The Age Of Adz“ keine lose Songsammlung, dafür hängt Sufjan Stevens zu sehr am Konzept Album. Der Einstieg „Futile Devices“ wiegt langjährige im Gegensatz zum Songtitel dann mit ruhigen Gitarrenklängen und sanftem Gesang noch in Sicherheit und man wähnt Stevens auf gewohnten Pfaden durch ein meditatives Album wandern zu hören. Aber schon das knapp 7 Minuten lange „Too Much“ holt Fans der Staaten-Alben aus ihrer Sicherheit und konfrontiert sie mit elektronischen Klängen und einer komplexen Melodie. In der verstecken sich dann aber jede Menge Spielereien, die es zu entdecken gilt. Etwa die liebgewonnen Flöten und laute Bläser, die sich bis zur Ekstase zu steigern scheinen. Die Songs gegen Ende immer mehr anschwellen zu lassen, bis sie vor übereinandergelegten Song- und Melodieschnipseln zu kollabieren scheinen war ja schon immer ein Markenzeichen von Sufjan Stevens. Und bleibt es hier natürlich auch. Dank elektronischer Einspielungen hat es der Hörer nun sogar noch ein wenig schwerer. Da ist es auch schon hart dem Titelsong „The Age Of Adz“ wirklich konzentriert zu lauschen, da sich hier kaum ein Element merklich in den Vordergrund drängt und man häufig nur mit einem schwer fassbaren Kuddel-Muddel konfrontiert ist. Wenn er den Song dann wie etwa bei „Now That I’m Older“ auf einige klare Elemente reduziert, dann spürt man die alte Stärke von Sufjan Stevens und die Begründung für den Wind, der um den Amerikaner gemacht wird. Zu häufig ist „The Age Of Adz“ aber ein unentschlossenes Sound-Wirr-Warr, das Hardcore-Fans wohl nur mit jeder Menge Geduld durchzustehen vermögen.

Rating: ★★½☆☆
Sufjan Stevens


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