Rezensionen

Stuntcat – You Look So Alien In Your Bloody Tuxedo

Bereits Anfang Februar erblickte im Herzen des Ruhrgebiets das Debütalbum der beiden Dortmunder Linda und Björn Hering das Licht der Welt. Unverkennbar ist, dass Stuntcat, wie sie sich nennen, immer wieder längere Reisen nach New York und Los Angeles antreten. Die dreizehn Titel auf „You look so alien in your bloody tuxedo“ hätten genauso gut auch von dort stammen können.

Zu ihren Vorbildern gehören Sonic Youth, Yo La Tengo, The Jesus and Marychain und The Velvet Underground und ebensolche Einflüsse sind erkennbar. Das Werk ist insgesamt ziemlich gedämpft und düster gehalten.

In der heutigen Zeit ist es ja fast eine Wohltat mal wieder eine Band kennenlernen zu dürfen, die sich nicht zwanghaft an den Synthies festkrallt. Die Gitarre harmoniert mit den Vocals, alles ist wohldosiert und auf gar keinen Fall überladen. Ich wage zu behaupten, dass man hier tatsächlich heraushören kann, dass Stuntcat ein ganzes Jahr im heimischen Projektstudio Negativland mit den verschiedensten Aufnahmetechniken herum experimentiert haben. Jeder Ton wirkt wohlwissend gesetzt.

„You look so alien in your bloody tuxedo“ ist eine kleine Wundertüte aus verschiedenen Stilrichtungen und so fällt es mir nicht besonders leicht die beiden Künstler in den großen Indietopf zu schmeißen. Der Titel „Fragments of a New York diary“ wirkt wirklich eher wie eine musikalisch unterlegte Lesung aus einem Tagebuch, ist damit erfrischend anders als die restlichen Songs und passt dennoch hinein in das Gesamtkonzept.

Besonders begeistert bin ich vom elften Song des Albums. Der hört auf den Namen „Choke“. Beim ersten Durchhören musste ich doch tatsächlich kurz nachsehen, ob sich da wirklich noch die Stuntcat Platte in meinem Player befindet. Der meiner Meinung nach gelungenste Song des Albums geht ein wenig in Richtung von The Ting Tings, schwenkt beim Refrain aber wieder um und ist dann doch eindeutig Stuntcat zuzuordnen.

Mit „Choke“ haben Linda und Björn einen kleinen Umbruch geschaffen, der sich bis zum Ende der CD halten kann. Als Abschluss kann auch der Song „Sarah stares at the sun“ punkten.

Insgesamt finde ich das Debüt der beiden Dortmunder vielversprechend und interessant. Endlich mal wieder eine Band, die sich nicht danach richtet, was gerade besonders angesagt ist. Das einzige Manko: Mir fehlt durchgehend das Gefühl in der Stimme… Beim nächsten Mal etwas mehr Begeisterung bitte, Höhen und Tiefen ein bisschen besser herausarbeiten und dann könnte, zumindest für mich, daraus etwas richtig Gutes werden.

Rating: ★★★☆☆
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