Rezensionen

Stornoway – Tales From Terra Firma

Stornoway - Tales From Terra Firma

Ganze drei Jahre musste man sich gedulden bis man endlich den Nachfolger von „Beachcomber‘s Windowsill“ von Stornoway in den Händen halten konnte. Das ist schon eine ganz schön lange Zeitspanne, wenn man versuchen will, an den Erfolg des Debuts anzuknüpfen. Mit Zorbing fand die Band vor allem auch beim Auftritt beim Haldern Pop Festival 2010 viel Zustimmung. Wie auch Foals, die momentan ebenfalls mit ihrem neuen Album unterwegs sind, kommen die Briten aus der Universitätsstadt Oxford. Es befinden sich allerdings nur 9 Tracks auf Tales From Terra Firma. Davon sind außerdem zumindest den Leuten, die die Band in letzter Zeit live gesehen haben oder sie intensiver verfolgt haben, schon einige im Voraus bekannt, darunter beispielsweise The Bigger Picture oder The Ones We Hurt The Most, das Stornoway bereits 2011 beim Concert4Conservation unter einem leicht abgewandelten Titel in Oxford vorgestellt haben. Auch Knock Me OnThe Head konnte man als Single-Auskopplung schon seit Anfang des Jahres hören, so blieben nicht allzu viele komplett neue Songs über. Das wirkt sich aber nicht negativ auf das Album aus, denn der Opener You Take Me As I Am überzeugt schon beim ersten Hören und macht Lust auf den Rest.

Ganz gegensätzlich geht es weiter mit Farewell Appalachia, der Song beginnt sehr ruhig und kann mit der tollen Melodie auch auf der Bühne mit Streichern gut umgesetzt werden. Wie beim ersten Album sind die stärksten Stücke unter den Ersten, so ist auch The Bigger Picture ein Song, der im Ohr bleibt und am liebsten direkt mehrmals hintereinander gehört wird. Danach folgen die vielleicht Schwächeren, die man aber trotzdem nicht als schlecht bezeichnen kann, es sind durchaus Songs, denen man anmerkt, dass Stornoway beim Aufnehmen auch ein wenig experimentiert haben. Knock Me On The Head wurde Anfang des Jahres auf YouTube hochgeladen, man hörte einige Stimmen, die den Song zu überproduziert finden. Teilweise ist das nachvollziehbar, es fällt aber im Großen und Ganzen nicht allzu sehr auf., selbst, sollte man dieser Meinung sein. Auf den Rest vom Album übertragen, gibt es nur einige wenige Stellen, die eventuell etwas zu viel des Guten sind. Eine besondere Stärke der Band sind Songs, die sehr ruhig und melancholisch anfangen, sich aber langsam aufbauen und dann wieder abklingen. Auf diesem Album ist es The Ones We Hurt The Most, auf Beachcombers Windowsill stach The End Of The Movie heraus. November Song, ebenfalls schon ein mindestens 2 Jahre altes Stück, kann man nun endlich auf Platte finden, er bildet den Abschluss des Albums. Dieser Song hingegen ist sehr minimal gehalten, so wie er auch live gespielt wird. Er überzeugt nur mit Gesang und einer Gitarre. Hier wäre es wirklich schade gewesen, wenn man noch zusätzliche Instrumente mit aufgenommen hätte.

Stornoway sind also wieder da, wie man so schön sagt. Denn „weg“ sind Bands für die Leute, die ihre Musik mögen und hören, ja nicht wirklich. Mit Tales From Terra Firma haben Stornoway ein sehr gutes zweites Album abgeliefert. Mit 9 Songs und knapp 43 Minuten Laufzeit ist es zwar sehr kurz, aber so hat man auch einen Grund es direkt nochmal von vorne zu hören. Außerdem ist es doch besser, 9 gute Songs aufs Album zu packen, als eher schlechte „Füllsongs“ zwischendurch hören zu müssen. So war es auch anscheinend durchaus von Vorteil, dass die Band einige Songs schon öfter live gespielt hat und sich so an den Reaktionen des Publikums orientieren konnte, um eine Auswahl der Songs, die es aufs Album schaffen sollten, zu treffen. Insgesamt kommt nur leicht der Wunsch auf, dass die Jungs etwas mehr experimentiert und gewagt hätten, um eine wirkliche Weiterentwicklung zu sehen. Man kann aber nicht meckern, das zweite Werk enttäuscht nicht und lässt die Konzerte im April in Deutschland noch viel zu weit entfernt wirken.

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