Rezensionen

Starsailor – All The Plans

Knappe 10 Jahre und nun genau vier Alben gibt es Starsailor mittlerweile. Bei ihrem Debüt „Love Is Here“ noch als legitime Coldplay Nachfolger gehandelt, schafften sie es dennoch nie aus deren Schatten herauszutreten. Glücklicherweise muss man da sagen, denn so konnten sich James Walsh und seine Mannen etwas außerhalb des Rampenlichts, aber dennoch sehr erfolgreich, auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich ihre Musik. Während Coldplay, respektive Chris Martin, sich also mit Hollywood Stars trafen und Bono nacheiferten, durchlebten Starsailor ihre ganz eigenen Ups and Downs. Die herbste Enttäuschung dabei wohl das 2005er Album „On The Outside“, mit dem die Band ein wenig den Brit-Pop hinter sich zu lassen versuchte.

Ein Plan, der scheiterte, wie schon Coldplay’s „X&Y“ und so konzentrieren sich Starsailor auf vier Jahre nach „On The Outside“ auf ihrem vierten Album nun auf ihre Wurzeln, den Brit-Pop. Schon der erste Song „Tell Me It’s Not Over“ zeigt dann auch, dass dieser Sound der Band wunderbar zu Gesicht steht. Eine wunderschöne Piano-Melodie entwickelt sich zusammen mit emotionalem Gesang und kraftvollem Schlagzeug zu einem mitreißeden und typisch Starsailor anmutenden Stück Stadion- / Pianorock. Die große Geste hat die Band also nicht verlernt, auch wenn „Tell Me It’s Not Over“ das eingängigste Stück des Albums bleibt. Der Rest zeigt aber auch die übliche Melodieverliebtheit Starsailor’s, deren handwerkliches Geschick für hervorragende Spannungsbögen und Brit-Pop typisch, hymnische Refrains. Beispielsweise „All The Plans“, der Titel-Track ist eine dieser herzzereißenden Balladen, mit denen Starsailor schon 2001 verzaubern konnte. Teilweise ist man sich beim Hören des Albums zwar nicht ganz sicher, ob dieser Song nun nicht doch zu sehr nach The Verve klingt, jener zu sehr nach den Doves und dieser wiederum etwas zu sehr nach Coldplay, das liegt aber auch wohl an der sehr engen Nische, in der sich Starsailor klanglich festgesetzt haben. So ist „All The Plans“ bestimmt nicht die Neuerfindung des Brit-Pop, aber eine mitreißende Standortbestimmung der Band, die eine klare Tendenz zeigt, weiter aus dem Schatten Coldplay’s nämlich.

Video zu „Tell Me It’s Not Over“

httpv://www.youtube.com/watch?v=nqH-RoDXKLU

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