Rezensionen

Spring Offensive – Young Animal Hearts

Spring Offensive - Young Animal Hearts

Eine alte Binsenweisheit sagt ja so schön, was lange währt wird endlich gut. Nach diesem Prinzip scheinen auch Spring Offensive aus Oxford ihre Karriere zu planen. Seit 2011 veröffentlichte die Band unzählige Singles und tourte unermüdlich durch ganz Europa. Dabei bringt es die Band mittlerweile auf gut 50 gespielte Konzerte allein in Deutschland. Die Locations wurden dabei immer größer, die Aussichten auf ein Album der Band nicht wirklich. Das haben Spring Offensive nun ganz ohne die Hilfe eines Labels verwirklicht. Für die Finanzierung von „Young Animal Hearts“ bauten sie nämlich auf die Hilfe ihrer vielen Fans und finanzierten das Werk über Pledge Music.

Mit „Carrier“, „52 Miles“, „Speak“, „Not Drowning, But Waving“, „No Assets“ und „The River“ (das zuvor „I Found Myself Smiling“ hieß) finden sich darauf unter anderem sieben schon länger bekannte Songs. Dagegen ist an sich nichts einzuwenden, Fans, die sich jedoch über die letzten Jahre die Mühe gemacht haben, die Singles zu kaufen, hätten sich für ihr (unter Umständen sogar über Pledge gespendetes) Geld aber sicherlich mehr als nur vier neue Songs gewünscht.

Als Album-Opener bauen Spring Offensive auf ihre 2012er Single „Not Drowning, But Waving“. Ein Stück, das sich elegisch aufbaut und mit der Zeit von der Instrumentierung immer weiter anschwillt, um dann mit krachenden Gitarren und einem gewaltigen, Gänsehauterzeugenden Chor auszuklingen. Ein grandioser Einstieg, nach dem man dem folgenden „Bodylifting“ ein wenig ratlos gegenüber steht. Ein pluckernder Indie-Pop-Song mit einem gewissen Two Door Cinema Club Vibe, der vom Tempo her und der Melodieführung immer ein wenig unentschlossen bleibt. Mit „Hengelo“ macht die Band das aber wieder gut. Das Stück funktioniert ähnlich wie „Bodylifting“, jedoch mit etwas reduzierterem Tempo und einer leicht süßlichen Note mit viel emotionalem Tiefgang. Ein ähnliches Highlight, wie der Opener, ist auch die letzte Single „The River“. Ein Song, der ähnlich langsam anschwillt und mit seinem percussiven Arrangement erst langsam Fahrt aufnimmt und in einem grandiosen Finale mündet. Das ist auch die wahre Stärke von Spring Offensive. Die Truppe aus Oxford beherrscht das Spiel mit den dunklen Tönen der Gefühlsklaviatur und zaubert auf „Young Animal Hearts“ teils kleine Hymnen, die in punkto Schwermut und Tiefe manchmal sogar an Elbow herankommen. Im Mid- und Up-Tempo-Bereich liegt dagegen das Defizit. Zwar gelingt es Spring Offensive locker eingängige Refrains und tanzbare Rhyhtmen aus dem Ärmel zu zaubern, die Stücke irgendwo zwischen Friendly Fires, Two Door Cinema Club und Blank Maps geraten dabei jedoch häufig zu beliebig und austauschbar. Wenn gegen Ende beim Titeltrack „Young Animal Hearts“ zum Beispiel das gefühlt zehnte Mal auf dem Album der selbe Melodiebruch erfolgt, in dem nur der Bandchor singt, setzt auch eine gewisse Langeweile und Übersättigung im Songwriting von Spring Offensive ein.

Spring Offensive auf Tour

20. März 2014, Hamburg – Molotow
21. März 2014, Münster – AMP
22. März 2014, Lörrach – Between The Beats Festival
23. März 2014, Darmstadt – Bedroomdisco
24. März 2014, Berlin – Privatclub


Spring Offensive – The River on MUZU.TV.

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Discussion

  1. […] drei Jahren veröffentlichten Spring Offensive aus Oxford am 14. März 2014 ihr Debüt-Album “Young Animal Hearts”, das sie über Pledge Music finanziert haben. Neben einigen großartigen Songs hatte die Band […]

    Posted by Spring Offensive – Video zu “Bodylifting” | WhiteTapes | April 1, 2014, 11:26 am

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