Rezensionen

Spectrals – Sob Story

Spectrals - Sob Story

Wachstum und Veränderung ist Teil jeder Band. Ein natürlicher Prozess, der zum Beispiel aus dem Soloprojekt Frightened Rabbit zunächst ein Duo, ein Jahr später ein Trio, wieder ein Jahr ein Quartett und im fünften Jahr ein Quintett machte. Auch Spectrals aus Yorkshire sind ein sehr aktuelles Beispiel dafür. Die Band startete als Soloprojekt von Louis Jones. Im letzten Jahr veröffentlichte er unter diesem Namen das Debüt „Bad Penny“. Ein wunderbares Indie-Pop-Album mit tollem Slacker- und DIY-Sound, das richtig Laune machte. Die an Alex Turner von den Arctic Monkeys erinnernde Stimme tat ihr übriges.

Ein Jahr nach dem Debüt veröffentlichen Spectrals nun auch schon ihr zweites Album. Auch so ein natürlicher Prozess bei den zahlreichen DIY-Bands der Marke Milk Maid und Cloud Nothings, die aus einem Soloprojekt erwachsen sind, bzw. noch eines sind. Aus dem Soloprojekt Spectrals ist für Album Nummer 2, „Sob Story“ jetzt ebenfalls ein Duo geworden. An den Drums findet sich nun als festes Mitglied Will Jones, der Bruder von Louis, der trommelte zwar auch schon beim Debüt, nun zählt er aber eben voll zur Band.

„Sob Story“ ist wie das natürliche Wachstum der Band auch die logische Fortführung der bisherigen Bandgeschichte. „Sommerliche Gitarrensounds mit viel Reverb, ordentlich Hall auf der Stimme und viel Raum, in denen sich die kleinen Stücke entfalten können“, so beschrieben wir das Debüt „Bad Penny“. Lässt sich so allerdings nicht ganz auf „Sob Story“ übertragen. Der Hall ist von der Stimme entfernt, Louis singt nun direkt und gewohnt lässig. Zu den Gitarrensound haben sich nun Westerngitarren und ein gewisser Countrysound gesellt. Die Erzählweise ist cool und entspannt und Louis croont sich stellenweise durch eine Mischung aus Rock’n’Roll, DooWop, Surf-Sounds und eine Spur Country. Ein Sound, der Spectrals gut zu Gesicht steht und zwölf unterhaltsame Songs mit insgesamt 41 Minuten Länge bedeutet. Der direkte Hitcharakter, der „Bad Penny“ ausmachte ist zwar stellenweise verschwunden, dafür gibt es nun deutlich mehr kleine Spielereien und interessante Soundausflüge. Vor allem in der zweiten Hälfte, wenn der Country-Anteil reduziert wird. So zum Beispiel beim spacig angehauchten „Milky Way“ (wie passend), das eine tolle Grundstimmung mit hübschem Indie-Sound kombiniert. „Keep Your Magic Out Of My House“ ist ein wunderbarer Rockabilly-Song, bei dem sich die Haare fast von selbst zur Tolle formen und „In A Bad Way“ zeigt sich als hübsche Ballade mit verzerrter Stimme und strangen Soundspielereien. Das alles macht „Sob Story“ zu einem logischen Schritt für Spectrals und einem tollen Meilenstein in der Geschichte der Band.

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