Rezensionen

Sophia – There Are No Goodbyes

Ob Robin Proper-Sheppard jemals wirklich glücklich wird? Im Privaten mag er das vielleicht sogar sein, im musikalischen ist es trotzdem schon lange das Leid, das er perfekt ausdrücken kann. Leid in Form von Herzschmerz, Verlassenwerden und Liebeskummer, es sind immer die unschönen Seiten der Liebe, die er so bewegend besingt, wie das nur wenige wirklich glaubhaft in stetiger Folge können. Stetige Folge heißt bei ihm inzwischen über sechs Alben und nun 13 Jahre. Dabei gelingt es Robin Proper-Sheppard auch immer wieder neue Facetten in seinem Klanguniversum zu beleuchten.

So auch auf „There Are No Goodbyes“, das alles andere als kalt und karg ist, auch wenn das Album-Cover das anzudeuten versucht. Schon der Opener und Titel-Song „There Are No Goodbyes“ hüllt den Hörer in ein warmes Soundkleid aus bombastischem Piano, repetetivem Text und natürlich Proper-Sheppard’s bewegender Stimme. Tief melancholisch, aber voller Hoffnung frisst sich dieses Stück ins Ohr und bereitet eine wohlige Gänsehaut. Man könnte wirklich meinen, dieses Album hält ein Happy-End bereit. Auch das druckvolle „A Last Dance (To Sad Eyes)“ geht munter nach vorn und wirkt um einiges frühlingshafter, als es der Text vermuten lässt. Es geht wie im Opener um den Abschied, man versucht die Liebe am gehen zu hindern, will sie mit allen Mitteln festhalten, kein „Mach’s gut“ akzeptieren, lieber noch einen Tanz mit der Geliebten. Diese innere Zerrissenheit spiegelt sich in allen Songs und mit fortschreitender Dauer des Albums auch im Sound wieder. Der anfängliche Kampf um die Liebe, die sich durch einen vollen Klang mit viel Pathos ausdrückt, weicht immer mehr einer resignierten und zurückhaltend instrumentieren Stimmung. So etwa in „Something“, das besonders wegen der klug eingesetzten Geigen eine fesselnde Grundstimmung erzeugt, die durch das Duett von Proper-Sheppard mit einer Ex-Freundin wieder eine wohlige Gänsehaut zu erzeugen vermag. Im Abschluss-Track „Portugal“ der zugleich mit seinen tränengetränkten Geigen und einer gezupften dunklen Gitarrenmelodie den düstersten Track des Albums darstellt, steht der Protagonist dann auch wieder vor den Scherben einer Beziehung. Eine Niederlage, die er aber ganz offensichtlich als Chance nutzen will und so singt er herausfordernd „I decided today I’m gonna be a better person“. Wollen wir hoffen, dass das Schicksal seinem Protagonisten dabei hilft und er gut gerüstet für das ist, was Proper-Sheppard dann hoffentlich wieder in so fesselnden Songs glaubwürdig verpackt.

Rating: ★★★★☆
Sophia

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