Rezensionen

Son Ambulance – Someone Else's Déjà Vu

Sonambulismus bedeutet im weitesten Sinne Schlafwandeln, eine Info, die man beim neuen Album von Son, Ambulance im Hinterkopf behalten sollte. Warum? Das wird spätestens beim Hören klar. Joe Knapp erschafft nämlich mit seiner Band Soundwände, die gleichermaßen Schlaftrunken, sphärisch und träumerisch klingen. Drei Jahre hat Joe Knapp an diesen Songs gewerkelt, um einen würdigen Nachfolger für „Key“ nachzulegen.

Eines vorweg, mit dem Vorgängeralbum hat „Someone Else’s Déjà Vu“ wenig zu tun, das Piano rückt stark in den Hintergrund, dafür gibt es mehr Hand-Claps, Hall, Synthies und Echos. Vermutlich war Joe Knapp die ewigen Vergleiche mit dem Piano-Man Ben Folds leid, so dass er beschloss das Piano ein wenig zur Seite zu stellen. Schnell wird jedenfalls klar, dass Hits wie „Paper Snowflakes“ oder „Sex in C Minor“ auf Key hier wohl nicht vorkommen werden, beide lebten nämlich förmlich von Joe’s Klavierspiel. Das ist im ersten Moment schade, die neuen Stücke entschädigen einen aber schnell. Stattdessen träumerische Klänge, über denen Joe Knapp’s Stimme sanft schwebt. Das klingt bei „Legend of Lizeth“ dann mal ein wenig nach „I’m Easy“ von den Commodores, bei „Wild Roses“ dann nach „Wild Horses“ von den Stones und auf großen Teilen des Albums stark nach Pink Floyd im Halbschlaf. So ist das „Déjà Vu“ vielleicht das des Hörers, der sich immer wieder positiv an teilweise vielleicht an Klassiker der Musikgeschichte erinnert fühlt. Das ergibt insgesamt ein Album, dessen ideales Hörszenario sich wie folgt zusammen setzt: ein lethargischer Sonntag, der Lieblingssessel, ein Kaffee oder Tee und ein gutes Buch. So lässt sich der Gesamteindruck dann auch als dösig, schlaftrunken und faul im positiven Sinne beschreiben.

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