Rezensionen

Snow Patrol – A Hundred Million Suns

Es ist sicherlich einfach Snow Patrol als glattpolierte U2-Klone abzutun und die Band zu ignorieren, seit sie sich mit „Eyes Open“ komplett dem Mainstream geöffnet hat. Man würde sich aber selbst um sehr unterhaltsame Musik betrügen. Den eingeschlagenen Weg setzen Snow Patrol nun auch wenig überraschend auf ihrem mittlerweile fünften Album „A Hundred Million Suns“ fort, wieder mit Produzent Jacknife Lee (R.E.M., U2, Bloc Party), dieses mal in den Berliner Hansa Studios eingespielt. Das Ergebnis eine Sammlung kurzweiliger Gitarrenpopsongs im Soundkosmos von Snow Patrol.

In knapp 60 Minuten des Albums haben Snow Patrol das in ihre Songs einfließen lassen, was die Alben „Eyes Open“ und „Final Straw“ so erfolgreich gemacht hat: Persönliche Texte von Gary Lightbody gepaart mit eingängigen Melodien. Nummern, wie „If There’s A Rocket, Tie Me To It“ und „Please Just Take These Photos From My Hands“ orientieren sich dabei an den großen Hits „Chasing Cars“ und „Run“, klingen aber nach eigenständigen Songs und nicht nach einem simplen Abklatsch. Der größte Teil des Albums siedelt dann auch im Mid-Tempo Bereich mit teilweise sphärischen Gitarrenwänden, rockt aber im Fall von „Take Back The City“ auch mal fröhlich geradeaus. Neben diesen echten Highlights des Albums hat die Band mit „The Golden Floor“ und „Lifeboats“ auch gleich zwei sprichwörtliche Griffe ins Klo gemacht. Wenn man da allerdings drüber hinweghört ist „A Hundred Million Suns“ ein Snow Patrol typisches, unterhaltsames Gitarrenpop-Album, mit einem großen Feuerwerk am Ende, da versteckt sich nämlich mit „The Lightning Strike“ ein 16-minütiges Stück in drei Akten, bei dem die Band alle Geschütze dramatischen und sphärischen Songwritings zu einem echten Epos auffährt.

Video zu „Take Back The City“:

httpv://www.youtube.com/watch?v=LX94Wu6A0Pk

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