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Slow Club – Yeah, So

Sheffield, eine Stadt in den nördlichen Midlands Englands ist mit 500.000 Einwohnern eine der größten Städte Englands. In den späten Siebzigern war die Stadt eine der Keimzellen der Industrial-Musik, in den frühen Achtzigern des New Wave. Auch das Label Industrial Records und das vor allem durch elektronische Musik bekannte Label Warp Records sind in dieser Stadt beheimatet. Berühmte Bands aus der Industrie-Metropole sind Def Leppard, Pulp, die Arctic Monkeys, The Long Blondes und Little Man Tate. Einfach gesagt, offensichtlich ist Sheffield nicht die Art Stadt, die man auf dem Schirm hätte, wenn es um Folk-Musik geht, mal davon abgesehen, dass man England bei dieser Musik-Richtung eigentlich nie direkt auf dem Schirm hat. Und dennoch, direkt aus dieser Stadt stammen die beiden Musiker Charles Watson und Rebecca Taylor, die nach dem Ende der Band The Lonely Hearts, in der beide spielten, 2006 gemeinsam das Anti-Folk-Duo Slow Club bildeten. Seitdem machten sie mit einer Reihe Singles, die sie auf Moshi Moshi Records (übrigens auch die englische Label-Heimat von Tilly And The Wall) veröffentlichten von sich reden und wurden auch 2008 bereits ausgelassen vom NME für ihre EP „Let’s Fall Back In Love“ gefeiert.

Auch mit ihrem Debüt-Album „Yeah, So“ werden sie sicherlich für ein hohes Level an Verzückung sorgen. Kein Wunder, sprüht das Album förmlich über vor kurzweiligen Melodien, die sich wild bei Twee, Indie-Rock, Anti-Folk und Pop bedienen. Der Opener „When I Go“ zeigt sich noch entspannt, als von sanft gezupfter Gitarre getragenes und vom gemeinsamen Gesang des Duos lebendes Akustik-Folk Stück. In „Giving Up On Love“ schmeißt das Duo dann die elektrische Western-Gitarre an und präsentiert eine Uptempo-Folk Nummer mit stimmigem Gesang des Duos und einem tollen gegen Ende des Stücks einsetzendem Chor. Der Sound wirkt auf seine ganz eigene Weise völlig spontan und vom Duo beinahe locker runter gespielt. Die Produktion scheppert ein wenig und gibt dadurch auch dem gesamtem Album einen direkten Sound, so als würde man das Duo live erleben, was zufällig auch eine der Stärken des Slow Club sein soll, wenn man der Pressenotiz glaubt. „I Was Unconscious, It Was A Dream“ ist dann wieder eine schöne Ballade, die mit schöner, herrlich verzerrter elektrischer Gitarre ausfadet. Der erneute Wechsel zu einer Uptempo Nummer, dem starken „It Doesn’t Have To Be Beautiful“, das vor allem durch seinen zuckersüßen Twee-Refrain überzeugt, hält die Spannung weiter hoch und sorgt für das nötige Maß an Abwechslung. Besonders heraus zu stellen ist auch noch das Stück „Because We’re Dead“, das locker dahin marschiert und die Band im Alt-Country Gewand vermutlich von seiner amerikanischten Seite zeigt. Wohlig dicht ist auch die Ballade „Sorry About The Doom“, in dem insbesondere Rebecca mit ihrer Stimme für wohlige Schauer sorgt. Auf seinem Debüt präsentieren sich Slow Club – verzeiht das Wortspiel – alles andere als langsam, sondern mit abwechslungsgreichen LoFi-Folk-Songs, an denen eigentlich nur eines stört, nämlich, dass man derlei Musik einfach nicht in England verorten würde, aber dafür kann das Duo ja nichts.

Rating: ★★★★½
Slow Club

Video zu „It Doesn’t Have To Be Beautiful“

Myspace // Label

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