Rezensionen

Simon Bookish – Everything/Everything

Leo Chadburn ist Musik-Künstler in Reinform, seine Arbeiten reichen über Klang-Installationen in Österreich, über Computer-Musik für Tanz im Royal Opera House bis hin zu Theaterauftritten, bspw. in einer Interpretationen von Brecht’s „Der Kaukasische Kreidekreis“. Wie es sich für solche Künstler gehört sind sie natürlich mit vollem Herzen bei ihrer Arbeit, so ist es nicht verwunderlich, dass er, wenn er Popmusik macht, nicht einfach ein paar Songs schreibt. Leo Chadburn konstruierte seine Bühnenpersönlichkeit „Simon Bookish“, unter der er sich über zwei Alben einen Namen als leicht exzentrischer Musiker mit einem Hang zu vertrackten, digitalen Klangarrangements mit Popappeal machte.

Auf seinem nunmehr dritten Album „Everything/Everything“ sind Synthesizer und Computer fast vollständig einem Big-Band ähnlichem Ensemble aus Bläsern, Orgel, Harfe und Drums gewichen, die Vertracktheit allerdings geblieben. Die Reise geht also weiter Richtung Pop, besser gesagt, das Album ist eine Reise durch die Geschichte der Popmusik. Schon der Eröffnungstrack „The Flood“ erweckt insbesondere durch den stark betonten Gesang den Eindruck, man würde David Bowie lauschen. Das ist natürlich nicht die einzige Referenz, neben Bowie bedient sich Simon Bookish auf seiner Reise durch die Popmusik bei Philip Glass, Brian Eno und Brian Ferry. Dabei geht er sehr ambitioniert zu Werke und mischt seine Popklänge mit allerlei Anleihen bei Avantgarde, Jazz, Disko und Cabaret. Die Experimentierwut ist also geblieben und macht „Everything/Everything“ nicht nur zu Bookish’s bisher „poppigstem“, sondern sicherlich auch bestem Album.

Final Fantasy Cover von „Interview“ (vom Simon Bookish Album „Trainwreck/Raincheck“)

httpv://www.youtube.com/watch?v=oYzUSIsmW9c

Simon Bookish Myspace
Homepage des Labels – Tomlab

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