Rezensionen

Sebastian Witte – EP

Weg vom Bass, den er in seiner Hauptband Videoclub spielt, wagt Sebastian Witte nun schon seit ein paar Monaten auch den Gebrauch des Sechssaiters als Junge mit Gitarre. Das was er dabei fabriziert hat dann auch wenig mit dem hibbeligen Math-Rock Sound des Videoclub wenig gemein. Inspiration für Witte’s Soloschaffen scheinen eher die Größen der Hamburger Schule, wie Blumfeld, Die Sterne und Tocotronic zu sein. Letztere hört man dann sogar ganz deutlich durch, weil sich Witte stimmlich und von der Intonation sehr weit in die Nähe von Dirk von Lowtzow, Frontintellektueller der Tocos, begibt.

Im April 2009 nahm er in 8 1/2 Stunden zusammen mit Henning Sommer, der unter anderem auch dem Münsteraner Deutsch-Pop Projekt Elias seine Stimme leiht und derzeit Solo als Mountaineer an neuem Material arbeitet, in Sommer’s Ibbenbürener Studio auf. Das Ergebnis ist drei mal akustischer Gitarren-Pop mit deutschen Texten. Der leicht lakonische Ton in Witte’s Stimme kann im ersten Moment ein wenig gelangweilt wirken, das täuscht aber, denn was wie Langeweile scheint ist Melancholie, die in den Texten von Sebastian Witte in starken Bildern Ausdruck findet. Das macht ergibt eine Debüt-EP, die durchaus zu fesseln weiß und Lust auf mehr macht. Erst einmal nimmt Sebastian Witte aber derzeit ein Album mit dem Videoclub auf, sollte das wider Erwarten doch nicht funktionieren, kann er auf dem Soloweg eigentlich nichts mehr falsch machen.

Rating: ★★★★☆
Sebastian Witte
Live gibt es Sebastian Witte übrigens am 20. März im Vorprogramm von Jupiter Jones im Münsteraner AMP, Tickets sind hier zu haben


Youtube direkt

Myspace

Discussion

Comments are closed.

Archive