Rezensionen

Sea Wolf – White Water, White Bloom

Was haben Alex Brown Church und John Griffith Chaney gemeinsam? Zunächst wohl nicht so viel, da man beide Namen eher seltener so liest. Letzterer ist bekannter unter seinem Pseudonym Jack London, unter dem er viele Romane und Erzählungen veröffentlichte. Geboren wurde er in Kalifornien. Ebenso, wie Alex Brown Church, der sich für seine musikalischen Ausflüge den Namen Sea Wolf gab, nach einer Romanfigur des ebenfalls aus Kalifornien stammenden Jack London. Kurz zusammengefasst also, ein junger Mann, der seine Erzählungen in Form von Songs vorträgt hat sich nach einer Figur aus einer Erzählung eines verstorbenen Autoren benannt, der ebenfalls aus seiner Heimat stammt. Oder vielleicht doch nur nach einem Meeresbewohner? Okay, lassen wir das. Mit „White Water, White Bloom“ wird nun jedenfalls endlich das zweite Sea Wolf Album in hiesigen Gefilden veröffentlicht, nachdem die USA bereits im letzten Jahr in den Genuss kamen.

Produziert wurde das Album von Bright Eyes Mitglied und Saddle Creek Stammproduzent Mike Mogis. Wie sein Namensstifter bedient Church sich einer gewissen Eloquenz und schmückt seine Songs mit lebendigen Bildern aus. Dabei nutzt er vor allem Bilder der Natur, in Form der stetigen Veränderung, der sie durch die Jahreszeiten unterworfen ist. Natürlich spielt auch die See eine gewisse Rolle, schließlich steht sie, wie kaum ein anderer Lebensraum für Weite, Sehnsucht und auch ein gewisses den Naturgesetzen Ausgeliefertsein. Sehr stark eingefangen gleich im beinahe orchestralen Opener „Wicked Blood“, dort singt er „You’re the whispering kind/dark sapphire blood/A vision of veils/all shimmery white/like a backdrop of sails/all aglow from the light/of the wonder behind/at a starry night“. Musikalisch verbindet Church Americana mit Country, Folk und Rock, irgendwo im Dunstkreis von Pete Yorn (dessen Album „Back & Fourth“ übrigens auch von Mike Mogis produziert wurde), wahlweise Jakob Dylan und den Wallflowers und ein wenig auch Bright Eyes. Allerdings merkt man den Stücken auch ganz deutlich an, dass Church sich einem gewissen Pop-Appeal und Radiotauglichkeit nie ganz entziehen möchte. Dabei verlässt ihn leider manchmal ein wenig die Experimentierfreude und er zieht sich lieber in seichtere Gewässer zurück. Denen verdankt er es zwar, dass er es auf den Soundtrack zu den unsäglichen Twilight Filmen geschafft hat, ein wirklich über ganze Länge überzeugendes und mitreißendes Album gelingt ihm dadurch aber leider nicht. Mit Volltreffern, wie „Wicked Blood“, dem Titelsong „White Water, White Bloom“ und dem tollen „Your’re A Wolf“ sind aber immerhin einige Stücke dabei, die man immer mal wieder gern anhört.

Rating: ★★★☆☆
Sea Wolf

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