Rezensionen

Scott Matthew – Gallantry's Favorite Son

Nachdem die Karriere des in Australien geborenen und seit einigen Jahren in Brooklyn lebenden Scott Matthew trotz einer Zusammenarbeit in Elva Snow mit Ex-Morrissey Drummer Spencer Cobrin und jeder Menge Arbeiten für Animes zunächst nicht so recht in Schwung kommen wollte ging es 2006 dank des Soundtracks zu und einem Auftritt in Shortbus dann vergleichweise schnell. 2007 folgte sein selbstbetiteltes Solo-Debüt, auf dem er mit verträumt traurigen Schluznummern und seiner butterweichen Stimme verzauberte und sich über erste Erfolge feiern durfte. Zwei Jahre später setzte er dem mit „There’s An Ocean That Divides And With My Longing I Can Charge It With A Voltage Thats So Violent To Cross It Could Mean Death“ unter großem Beifall der Kritiker noch eins drauf.

In der Zwischenzeit belebte Scott Matthew zum Jubiläum des Elva Snow Debüts noch einmal die Vergangenheit auf und ging mit Spencer Cobrin auf Tour. Mit „Gallantry’s Favorite Son“ nahm er parallel und zwischendurch sein drittes Album auf. Mit im Studio seine Tour-Mitstreiter an Marimbafonen, Xylofonen, Trompeten und diversen Streichinstrumenten. Das Grundgerüst bilden natürlich nach wie vor Scott’s Ukulele und sein schluchzender, durch Mark und Bein gehender Gesang. Mit dieser Mischung erschafft er tieftraurige, schwermütige Songs, die ab der ersten Minute eine Gänsehaut nach der anderen hervorrufen. Dafür braucht Scott auch gar nicht viel, wie er schon im Opener „Black Bird“ beweist. Da ist nur Scott, der den Hörer langsam mit seiner Stimme einnimmt, den Song zu den Refrains hin mit Hall und einer Geige deutlich verdichtet und gleich gefangen nimmt. Ab diesem Zeitpunkt ist man auch ganz in der Welt von Scott verstrickt, hört von Tragödien, Herzschmerz und dem Ende der Liebe. Dabei klingt Scott aber nie selbstmitleidig, oder wie ein Trauerkloß, sondern berichtet mit einer Träne im Auge und einem Lächeln auf den Lippen von seinen oft schmerzhaften Erfahrungen. Bei aller Traurigkeit ist da aber auch immer irgendwo ein Hoffnungsschimmer. Wie etwa im schönen „The Wonder of Falling in Love“, das kurz vor der dunkelsten Stunde in Form von „Seedling“ noch für ein paar wärmere Töne sorgt. Zwar überwiegen auf „Gallantry’s Favourite Son“ wieder Schmerz, Trauer und die Schattenseiten, aber das Licht, das geblieben ist vermag genügend Wärme zu spenden um den Hörer immer wieder gern in den knapp 45 Minuten umspannenden Seelenstriptease von Scott Matthew eintauchen zu lassen.

Rating: ★★★★½
Scott Matthew

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