Rezensionen

School Of Language – Old Fears

School Of Language - Old Fears

Knappe sechs Jahre hat sich Field Music Gitarrist David Brewis seit seinem ersten Solo-Album „Sea From Shore“ Zeit gelassen, bis er mit „Old Fears“ nun den Nachfolger veröffentlichte. Solo ist bei Mr. Brewis natürlich relativ, da sein Bruder wieder einmal mit auf dem Album vertreten ist. Aber School Of Language ist als Projekt zu sehen, bei dem Field Music in andere Rollenverteilung agieren. Sind Peter und David bei ihrem gemeinsamen Projekt gleichberechtigt, nehmen sie bei ihren Nebenprojekten jeweils selbst die Zügel in die Hand. So hat David School Of Language und Peter The Week That Was. Zusammengearbeitet wird dennoch immer und so war David die letzten sechs Jahre nicht untätig. Neben dem The Week That Was. Debüt, an dem er mit arbeitete, veröffentlichte er gemeinsam mit seinem Bruder auch noch zwei neue Field Music Alben. Besser gesagt „Doppel-Alben“. Die Band hatte einen extremen Output und das auch noch auf höchstem Niveau. Nun war für David also wieder die Zeit gekommen, seinen Songs in School Of Language Ausdruck zu verleihen. Das Ergebnis ist mit gerade einmal 34 Minuten Spielzeit für ihn ungewohnt kurz, dafür aber auf gewohntem Niveau.

Und genau genommen ist das Album auch länger als 34 Minuten, denn zum Lieferumfang von „Old Fears“ gehört auch noch die EP „More Fears“. Ziemlich viele Ängste also, die David hier in seinen Songs verarbeitet. Da geht es zum Beispiel um Selbstzweifel, die berühmte Quarter-Life-Crisis eines Twentysomethings und die Ängste eines jungen Musikers, der seinen ersten Plattenvertrag unterschreibt. Musikalisch bewegt sich Brewis dabei im selbstgeschaffenen Genre DIY-R’n’B. Das bedeutet Anleihen aus Funk- und R’n’B gepaart mit Indie-Pop-Melodien und dem typischen Falsett-Gesang von David Brewis. Das Ergebnis ist ein durchaus anspruchsvolles Pop-Album mit vielen kreativen Einfällen. Mit den rockigen Elementen von „Sea From Shore“ hat „Old Fears“ wenig zu tun. Die Gitarre ist trotzdem im Vordergrund. Sie pluckert, ertönt Stakkatoartig und gibt immer wieder die ein oder Funkmelodie wieder. Das sorgt für einen beinahe fröhlichen Sound, mit dem die nachdenklichen und selbst-therapierenden Texte untermalt sind. Vor allem ist „Old Fears“ ein weiterer Beleg dafür, dass die Brewis Brüder wohl die ungekrönten Könige anspruchsvoller britischer Popmusik sind. Den Weg in die Charts und auf den Titel des NME werden sie damit zwar leider nie finden, aber Fans wissen dennoch, was sie an ihnen haben.

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