Rezensionen

Sam Amidon – I See The Sign

Tradition war für Sam Amidon’s Familie schon immer alles. So gab es bereits vor ihm in siner Familie eine Reihe von Folkmusikern, die sich vor allem durch die Interpretation alter Volkslieder einen Namen machten. Also auf die Szene gesehen, international konnte sich niemand behaupten. Sam Amidon führte die Tradition seiner Familie auf einer Reihe von Alben fort und setzt dem durch so etwas, wie einen internationalen Durchbruch einen drauf. Das liegt auch daran, dass die von ihm gewählte instrumentale Ausdrucksweise manchmal alles andere als traditionell ist.

„I See The Sign“ beginnt nämlich mit rhythmisch gezupften Banjo-Saiten und elektronischen Einspielungen. Das Stück „How Come That Blood“ schreitet zu seiner sanften Stimme stoisch voran, Streicher unterstützen das Arrangement und der Hörer ist gleich von Sam Amidon gefangen. Dieser elektronische Beginn ist allerdings nur eine Seite der Herangehensweise. Viele Songs ähneln durch ihre ruhige Interpretation stellenweise ein wenig Klageliedern, wunderschönen Balladen, die es schaffen, direkt ins Herz zu treffen. Irgendwo zwischen Nick Drake und José Gonzalez. Neben der Stimmfarbe und der akustischen Grundstimmung ihrer Musik haben sie noch eine besonders hervorstechende Gemeinsamkeit. Sie tragen keine Songs vor, sondern erzählen viel mehr Geschichten, die von Musik unterstützt werden. Geschichten, denen man gespannt lauscht und die man immer wieder hören will.

Rating: ★★★★½
Sam Amidon
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