Rezensionen

Rumen Welco – I Never Learned To Raise My Fist

Nach vielen Jahren Bandentwicklung und Konzertauftritten teilen die Dresdner Rumen Welco nun ihre Musik auch im CD-Format mit der Öffentlichkeit. Das Debütalbum heißt „I Never Learned To Raise My Fist“ und stellt eine der originelleren Bands des Landes vor. Zwischen Liedern die gemütlich daherplätschern und anderen, die im Ohr schrabbeln, schafft es das Quintett vor allem als Band authentisch zu klingen. Das ist dann zum einen folkig, aber auch rockig und ruhig, und doch ein wenig anders als man denkt. Nach einem Start der einen noch nicht ganz um den Finger zu wickeln vermag, wird das Album dann zur Mitte hin wirklich interessant. Der Wechselgesang zwischen Mathias Weilandt und Diana Kirsch in „Eels“, der hier herausgestreckt wird, liefert einen ersten Moment des andächtigen Zuhörens.

Das klingt dann fast ein wenig episch und lässt sich vielleicht gut mit dem Gefühl einiger The Decemberists Songs vergleichen. „Denver“ ist dann wohl mein persönliches Highlight. Es mischt einen, der Band anscheinend anhaftenden, sehr retro wirkenden Klang und wirkt gleichzeitig modern. Bestimmt einer der Momente an denen Stimme und Musik am besten miteinander spielen. Diese Energie kippt dann wieder in die Ruhe und Absurdität von „The Devil Plays Harmonium“. Dieser ist einer der eher leiseren Songs. Von denen es zu viele gibt, als dass sie zum ausruhen oder innehalten dienen könnten. So nutzen sie sich leider ein wenig ab und lassen den Hörer nicht so viel vom Album behalten, wie man gerne hätte und es möglich wäre. Auch gerade wenn man merkt, dass einzelne dieser Stücke, wie zum Beispiel „Felt Top On Dresden“ oder „Marylou“, viel zu geben haben. Dann sind da allerdings auch so immer wieder mal Lieder, die heraus stechen. „Barbarossa“ mit dem naiven Charme eines Kinderliedes oder „The Girl in The Painting“ bei dem schon fast seemannsartige Klänge verwendet werden, wären hier zu nennen. In diesen Besonderheiten läuft auch immer eine leicht surreale Linie mit durchs Album. Dieses endet im titelgebenden Finale „Never Learned To Raise My Fist“, welches wiederum sehr gelungen ist und mit seiner etwas experimentellen Art einen überraschend bedrückenden Schluss liefert. So kommt am Ende des Debüts keine runde Sache, aber eine doch lohnenswerte Vorstellung heraus.

Rating: ★★★½☆
Rumen Welco

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