Rezensionen

Royal Bangs – Let It Beep

Gleich zwei Alben in einem Jahr zu veröffentlichen scheint eher so etwas wie die Marotte eines Jack White, Conor Oberst, oder auch Ryan Adams. Also ein typisches Songwriter-Phänomen. Interessiert die Royal Bangs aber nicht, die tun es auch als ganze Band und so erscheint nun nach dem Debüt „We Breed Champions“, mit „Let It Beep“ das bereits zweite Album der Band. Okay, das überrascht wenig, denn bereits in der Presseinfo zum Erstling stand, dass die Band direkt nach dem Release wieder zurück ins Studio ging. Außerdem ist das mit zwei Releases in einem Jahr auch ein wenig geschummelt, denn das gilt gerade einmal bezogen auf den europäischen Markt, in Amerika wurde „We Breed Champions“ bereits vor knapp 3 Jahren veröffentlicht. Seitdem feilten die Royal Bangs an ihrer Vision eines Rock-Albums mit Dance-Elementen. Gar keine so blöde Idee, denn bereits auf dem Debüt waren die krachigen, elektronisch geschwängerten Nummern die größte Stärke der Band. Der Album-Titel „Let It Beep“ deutet es dann ja auch schon an, es fiepst ordentlich.

Mag man denken, aber eigentlich kracht und scheppert es mehr, als dass es fiepst. Das aber dann auch mit Schmackes. Zuletzt veröffentlichten ihre City Slang Label-Mates von HEALTH! ein so krachiges und doch eingängiges Album. Die Royal Bangs haben dabei aber auch die Dance-Elemente nicht vergessen und sind dadurch so etwas, wie die leichter zugängliche Variante von HEALTH!. Royal Bangs haben den Groove gepachtet und das zeigen sie. Basslastig und stampfend rocken sie sich so durch den Opener „War Bells“ und Sänger Ryan Schaefer holt dabei das Letzte aus seiner Stimme, schreit, lässt sie überschlagen, zieht die Vokale und spielt mit dem Tempo. Dabei ordnet er sich dann auch immer der Melodie unter und lässt nutzt seine Stimme als Songstützendes Instrument. So grooven sich die Royal Bangs durch 12 krachige Noise-Dance-Rocker, in denen Melodiefetzen zu infektiösen Klangteppichen verwoben werden, dass es eine wahre Freude ist. Beeindruckend ist dabei vor allem, dass es die Band vor lauter überschäumendem Ideen-Reichtum immer gelingt den roten Faden zu behalten und die Stücke so nie zu unzugänglichen Spielereien verkommen. Stattdessen halten sie den Blick immer Richtung Tanzfläche und da gehören diese verrück gewordenen Indie-Rocker auch eindeutig hin.

Rating: ★★★★★
Royal Bangs
Tour-Daten
25. November, Nürnberg, MUZ
27. November, Offenbach, Hafen 2
28. November, Muenchen, On 3 Radio Festival
29. November, Wien, B72
30. November, Berlin, Westgermany
01. Dezember, Köln, Gebaeude 9 (supporting Port O’Brien)

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