Rezensionen

Roky Erickson with Okkervil River – True Love Cast Out All Evil

Irgendwie überraschend, dass es Roky Erickson tatsächlich wieder ins Bewusstsein der Musikinteressenten geschafft hat. Der Mitbegründer der 60er Jahre Psychedelic – Rocker 13th Floor Elevators hat eine größere Karriere als Psychopatient und Knastbruder hingelegt als als Musiker – die Laufbahn besagter Band betrug gerade Mal vier Jahre.

Dieses Album ist das erste seit 15 Jahren. Und wieder hat der experimentierfreudige Musiker eine Kollaboration am Start. Die Mannen von Okkervil River, wie Erickson aus Austin/Texas, griffen dem Urgestein bei „True Love Cast Out All Evil“ unter die Arme. Eine Sammlung von Songs, die der bärtige Musiker während seines Aufenthaltes in einer psychiatrischen Anstalt in Texas schrieb.

Schon Beispiele wie Johnny Cash haben gezeigt, dass eine Zusammenarbeit mit jüngeren Musikern der Karriere auf die Sprünge helfen kann. Sicherlich haben auch die Aliens zu Ericksons Reinkarnation beigetragen, indem sie ihn entgegen seiner Aussagen in Ruhe ließen.

Roky Ericksons bewegtes und zu einem großen Teil ziemlich eigenartiges Leben scheint ihn besinnlicher gemacht zu haben. Die Songs auf „True Love Cast Out All Evil“ bergen viel Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit, unterstützt von einer rauen, knarzenden Stimme, die aber nicht zu viel wird. Lediglich die Songtexte klingen vorhersehbar.

Der Mann ist dafür bekannt, unterschiedlichste Einflüsse zusammenzubringen. So fröhnt „Ain’t Blues Too Sad“ dem Country, auf „Goodbye Sweet Dreams“ und „John Lawman“ krächzen die Rockgitarren vor einer krachenden Geräuschkulisse und Think Of As One“’s charakteristischster Part sind die Bläser.

Einen symphatischen Rahmen bilden „Devotional Number One“ und „God Is Everywhere“, die wiederbelebte, alte Kassettenaufnahmen des Musiker sind.

Rating: ★★★½☆

Roky Erickson

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