Rezensionen

Ra Ra Riot – The Rhumb Line

Zu sagen, 2007 war ein sehr durchwachsenes Jahr für Ra Ra Riot wäre wohl ein ziemlicher Euphemismus. Die Band schwebte nämlich wortwörtlich zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Im Frühjahr 2007 veröffentlichten sie ihre erste, selbst betitelte EP, die sie quasi über Nacht zu den vielversprechendsten Newcomern der amerikanischen Indieszene machte. Der Schicksalsschlag folgte leider auf dem Fuße. Im Juli 2007 ertrank Drummer und Co-Songwriter John Pike nach einer Show in Massachusetts. Die Aufnahmen am Debütalbum waren da für die Band verständlicherweise erst einmal Nebensache.

Wie das Jahr 2007 für die Band war, so auch das Endprodukt „The Rhumb Line“, das wechselt nämlich auch zwischen gut gelaunten und schwermütigen Indiepopsongs. Ein Verlust, wie der des Drummers will natürlich verarbeitet werden, das tut die Band dann auch im Song „Winter 05“, der auch der traurigste Song des Albums ist. Die Band beschränkt sich aber nicht aufs traurig sein, sondern beweist auch, dass sie feiern kann, etwas im Song „Too Too Too Fast“, der wie der gelungene Versuch klingt, Razorlight mit 80er Jahre Synthies zu spielen. 80er Jahre Synthiepop dürfte auch einer der größten Einflüsse für die Band gewesen sein. Da wundert es dann auch nicht, dass sich mit „Suspended In Gaffa“ sogar ein Kate Bush Cover auf dem Album wiederfindet. Zu den britischen Einflüssen gesellt sich dann noch ein gehöriger Schuss Arcade Fire, denn die Geigen, die zum Einsatz kommen, erzeugen eine ähnlich treibende Kraft, wie bei Arcade Fire Songs. Diese Vermischung der Stile gelingt der Band am Besten im Track „Dying Is Fine“, ein Song, der zwischen Discohit und Indieballade hin und her wabert und der stärkste des Albums sein dürfte. Zugleich sogar noch der Beweis, dass die Band mit dem Tod eben so cool umgehen kann, wie etwa ein Morrissey.

httpv://www.youtube.com/watch?v=NGuP6ZN8Qxo

Homepage der Band
Künstlerprofil bei Cooperative Music

Discussion

Comments are closed.

Archive