Rezensionen

Propagandhi – Supporting Caste

Sie sind zurück, „The angriest band in the World“, Propagandhi. Vier Kanadier, die die Wut in sich bergen, wie keine Zweite. Höchst Politisch, vegan und Straight Edge und nie zurückhaltend. Eine Band die selbst Kultpunker Fat Mike von NOFX einst zu politisch waren. 4 Jahre nach dem letzten Album „Potemkim City Limits“ nur das neue Album der Polithardcore Band „Supporting Caste“. In Deutschland sind die Vier bösen Kanadier neuerdings beim nettesten Label der Welt, Grand Hotel van Cleef unter Vertrag. Optisch passt die Band gar nicht zwischen Tomte, Kettcar oder Pale. Wer aber die Vergangenheit und Wurzeln dieser Bands kennt, weiß, dass hier die Faust aufs Auge getroffen hat. Als „The angriest band in the world“ kündigte das Grand Hotel die Band einst an und diese fühlen sich nun pudelwohl.

Nun steht das neue Album im Regal, mit 12 Songs, die es in sich haben. Denn wer glaubt, das Propagandhi aufgrund des Labelwechsels leiser geworden sind, der irrt. „Night letters“ bricht gleich alles auseinander, nicht immer klare Songstrukturen gehören zu Propagandhi dazu, denn sie schaffen es trotzdem melodiös zu bleiben. Auch wenn der erste Song nicht gleich der Stärkste Song des Albums ist, spricht er eine deutliche Sprache. „Supporting Caste“ Song Nummer Zwei, beginnt ruhig und sacht um doch dann wieder alles aus dem Weg zu räumen, was sich in den Weg stellt. Die Frage kann wütender Hardcore auch poppig klingen, wird hier des Öfteren beantworten. Nein! Und das ist auch gut so. Man kann sich Propagandi auch gar nicht anders vorstellen. Es würde einfach nicht zu Ihnen passen, wenn sie neuerdings niedlich klingen würden und leicht zu verdauliche Songs hätten. Dann können sie sich ja gleich „Weakerthans“ nennen. Die Vocals sind auch ein wichtiger Bestandteil, Sänger Chris Hannah brüllt seine Parolen aus sich heraus, als würde es kein Morgen geben. Charismatisch darf man diese Stimme nennen, die wie auch die Musik ihre Ecken und Kanten benötigt um sich komplett zu entfalten. „Dear Coach’s Corner“ ist wieder einer dieser Song wo leicht eingängige Strophen sich mit wütenden Chören abwechseln. Immer den Fingerzeig, auf die böse Gesellschaft. Sie stehen für die Gleichstellung aller Menschen ein und lassen sich den Mund nicht verbieten. Die, wahrscheinlich letzte Band, die das machen darf ohne Albern zu wirken. Die Songs geizen auch nicht gerade an Spielzeit. Zwischen 4 und 5 Minuten bedarf es eines Songs schon, aber es gibt auch noch zuviel Ungerechtigkeit auf dieser Welt, die besiegt werden darf. Und solange Protestieren Propagandhi. „This is your life“ ein Ausreißer aus diesem Album das mit einer knappen Minute wirklich auch den letzten funke Wut in einem weckt. „Human(e) Meat“ beginnt mysteriös und Angst einflößend, Sägegeräusche und die Schreie eines Menschen machen den Titel wohl zum Programm. „Potekim City Limits“, Titel des letzten Albums, wurde nun in Songform auch auf diesem Album veröffentlicht und zählt wohl noch zu den netten Songs. Man fragt sich schon, ob der Band irgendwann die Puste ausgeht, dies scheint aber nicht so zu sein. Man wartet vergebens, auf Neuerungen im Sound, mag es vielleicht für die Einen monoton klingen, sagen die wahren Propagandhi Kenner, dass das der Sound ist, der die Band ausmacht. Man merkt direkt den Break, sobald Bassist Todd Kowalski ans Mikrofon gelassen wird. Noch eine Spur aggesiver, nah am geisteskranken Zustand, brüllt er wild geworden los, so zu hören bei „Incalculable Effects“. „Last Will & Testament“ beschließt nun das Album und eröffnet sich selber erst einmal als 3:20min langes Instrumentalstück. Danach wird der Song in schon fast zurückhaltender Manier zum Ende geführt. So endet das Album und man hebt die Daumen und erfreut sich wieder an 12 tollen Songs.

Das volle Album im Stream

Live ist die wütendste Band der Welt auch bald wieder in Deutschland zu hören. An folgenden zwei Terminen:

22. April, Köln – Essigfabrik
24. April, München – Backstage

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