Rezensionen

Post War Glamour Girls – Feeling Strange

Post War Glamour Girls - Feeling Strange

Mit „Pink Fur“ lieferten Post War Glamour Girls aus Leeds vor zweieinhalb Jahren eines der Überraschungsalben des Jahres. Die vier Musiker hatten wir damals nur durch ihre leidenschaftliche Support-Show für I Like Trains auf dem Schirm. Die gestalteten sie mit so viel Einsatz, dass wir uns nur zu gern mit dem Debüt beschäftigten, das sich als ein Vertreter der Gattung „Grower“ zeigte. Kein Wunder, zunächst wirkt die Band mit ihrer wilden Mischung aus Underground, Punk, Wave und Crossover durchaus sperrig. Mit jedem hören kristallisierten sich die Feinheiten aus den Songs heraus und die anspruchsvoll strukturierten Songs machten, durch den Hang zu poppigen Melodien und bombastischen Elementen, auf Dauer süchtig und sorgten dafür, dass sich „Pink Fur“ am Ende des Jahres in unseren persönlichen Top 10 wiederfand. Die Zeit seit dem Release haben Post War Glamour Girls, neben ausgedehnten Touren durch England, auch mit dem Release einer EP, mehrerer Singles und den Arbeiten an ihrem zweiten Album überbrückt. Für den Release entschieden sie sich, statt mehrerer Singles, einfach zwei EP’s zu veröffentlichen. Das bedeutet, „Feeling Strange“ wurde in zwei digital erhältliche EP’s unterteilt. Nummer 1 erschien bereits im August und Nummer 2 Anfang Oktober. Jetzt erfuhr das Album auch seinen physischen Release auf einer rot-blau-gemusterten Vinyl.

Anhänger bestimmter Farbenlehre schnalzen ob der Unterteilung in zwei EP’s und die Farbwahl von rot und blau sicherlich schon mit der Zunge. Jedoch offenbart sich schnell, dass auf dem Album keine Spur der Gegensätzlichkeit von „Himmel“ und „Hölle“ zu hören ist. Auch vom Sound her bewegen sich alle Stücke in einem Klangkosmos, den man so schon von Post War Glamour Girls kennt. Schroffe Gitarren treffen auf lautstarken Gesang, die Rhythmen sind abgehackt und in den Refrain bietet das Quartett den bekannten Hang zum Bombast.

Doch insgesamt sind die Stücke etwas heller geraten, als auf dem Debüt. Post War Glamour Girls erlauben den Songs nun auch sich ein wenig luftiger zu entfalten. So zum Beispiel bei „Wax Orphans“. Einem langsameren Stück mit distanziertem Gesang und schwebenden Gitarrenklängen. Auch „Gentle Is Her Touch“ kommt etwas sanfter daher. Das bedeutet jedoch nicht, dass Post War Glamour Girls nun gezähmt wären. Gutes Beispiel dafür ist die Single „Southpaw Stance“, die mit wuchtigem Sound daherkommt. Aber gerade in den nun luftigeren Songs, bei denen die Band die Melodie sorgfältig aufbaut, offenbart sich die ganze Stärke von „Feeling Strange“. Hier wuchern die infektiösen Elemente der Stücke und es wird trotz des sperrig zackigen Grundsounds, eine auf seltsame Weise aufmunternde Stimmung deutlich, durch die Post War Glamour Girls sich nicht nur neue Fans erspielen könnten, sondern diesen auch gleich den Einstieg ins Debüt erleichtern.

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