Rezensionen

Portugal.The Man – Censored Colors

Portugal. The Man - Censored ColorBei Alaska denkt man unwillkürlich an Ödnis, kleine Dörfer und Fischkutter, Keimzellen für gute Indiemusik erwartet man wohl erst einmal nicht. Aber gerade die Abgeschiedenheit scheint kreative Höchstleistungen zu Tage zu fördern. Port O’Brien sind das jüngste Beispiel hierfür. Ein paar Jahre vor ihnen erschienen allerdings bereits Portugal. The Man auf der Bildfläche. Mit verschrobenem Rocksound auf zwei Alben, die vor Ideenreichtum und überraschenden Spielereien fast überschäumten und ihnen einen festen Platz in der Indieszene bescherten.

Für „Censored Colors“ haben sich Portugal. The Man nun um ein weiteres Mitglied verstärkt und damit wohl auch um einen weiteren Ausbund an Kreativität. Statt in die etwas rockigeren Gefilde, wie auf dem Vorgänger „Church Mouth“ haben Portugal. The Man bei ihrem dritten Durchlauf eine ordentliche Portion Gospel und Soul gefrühstückt und in ihre Musik gemixt. Da treffen Led Zeppelin und Pink Floyd auf Jugendgottesdienst und klassische Rockinstrumentierung auf Kirchenorgeln und massig Streicher. Beim Gesang ein ganz ähnliches Bild, die Stimme von John Baldwin Gourley begibt sich mal in höhere Gefilde, wird gestützt von Chören und weicht in einem Song sogar ganz einer weiblichen Gastsängerin. Leider wirkt das Album durch diesen Experimentierwillen stellenweise viel zu überambitioniert und unausgegoren. Da scheint es dann so, als sie der Band, gerade als eine Idee ausgearbeitet wurde auch schon die nächste gekommen zu sein, die dann unbedingt auch noch mit eingebaut werden musste. Insgesamt aber ein Musterbeispiel einer Band, die sich vom Sound einfach nicht festlegen will und der selbst eine Genrezuordnung, wie Experimental- oder Prog-Rock wohl viel zu eng wäre.

Video zu „AKA M80 The Wolf“, vom Album „Church Mouth“:

httpv://www.youtube.com/watch?v=_oiXciyAYJ4

Myspace der Band

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