Rezensionen

Portugal. The Man – Evil Friends

Portugal. The Man - Evil Friends

Die seit 2004 aktiven Portugal. The Man aus Alaska, die seit ihrer Gründung stetige Besetzungswechsel vorgenommen haben und derzeit als Quintett unterwegs sind, sind schon ein kleines Phänomen. Nicht nur, dass sie inklusive des Akustik-Albums „The Majestic Majesty“ in neun Jahren Bandgeschichte acht Alben produziert und veröffentlicht haben, sie haben es auch immer wieder geschafft damit nicht nur in die Charts in den USA zu gelangen, sondern auch ein gern gesehener Gast in den deutschen Top 100 zu sein.

Das ist vielleicht auch der Grund, warum die Band mittlerweile auf einem Major Label angekommen ist und niemand Geringeres als Danger Mouse als Produzenten für ihr jüngstes Werk „Evil Friends“ gewinnen konnte. Ja, genau jener New Yorker DJ, der bereits die Gorillaz, The Rapture, The Black Keys, Beck, The Good, the Bad & the Queen und Norah Jones an den Reglern unterstützte.

Und ja, man merkt seinen Einfluss, denn „Evil Friends“ darf gut und gerne als bisher zugänglichstes Album von Portugal. The Man bezeichnet werden.

Schon der Opener „Plastic Soldiers“ zeigt sich als flockiger Indie-Pop-Song mit vielseitiger Instrumentierung, der sanft dahin fließt. Auf Albumlänge kommen die üblichen Soundexperimente von Portugal. The Man, die dafür sorgen, dass es auf „Evil Friends“ immer etwas zu entdecken gibt. Dabei wird die Reise allerdings nie zu anspruchsvoll. Musste man sich in der Vergangenheit die Alben von Portugal. The Man erarbeiten, springen einen nun teilweise Hooks und Beats an. Die Refrains sind ordentlich eingängig und halten so manchen Ohrwurm parat. Das macht „Evil Friends“ aber alles keineswegs zu einem schlechten Album. Der Titeltrack zum Beispiel bietet nach langsamem Einstieg ein launiges Piano, ein zackiges Gitarrenriff und einen durchaus tanzbaren Beat. Der leicht gehetzte Gesang sorgt für ein tolles Tempo und der Refrain bläst fast euphorisch aus den Boxen. Da sieht man dann auch gern über Stücke, wie „Hip Hop Kids“ und „Modern Jesus“ hinweg, bei denen sich die Band etwas zu sehr in Gefilde des Mainstream-Radios begibt. Auch „Someday Believers“ ist ein astreiner Hit mit schönem Psych-Rock Flair. So ist „Evil Friends“ zwar ein Album mit einigen Durchhängern und etwas wenig Tiefe, aber zumindest diesen Sommer könnte es Spaß machen. Und da Portugal. The Man ja sowieso einen riesigen Output haben, könnte das nächste Album auch schon bevorstehen, wenn die Erinnerung an „Evil Friends“ so langsam verblasst.

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