Rezensionen

Polarkreis 18 – The Colour Of Snow

2007 haben Polarkreis 18 ein beeindruckendes Debüt geschaffen, am treffendsten von der Band selbst mit „emotional soundscapes“ beschrieben wurde hierauf Post-Rock mit Pop und vielen anderen Einflüssen vermischt. Vergleiche mit Bands, wie Radiohead, Sigur Ros bis hin zu Slut und The Notwist waren an der Tagesordnung. Zwar rein musikalisch nur sehr peripher an dem entlang schrammend, was Polarkreis 18 in ihrem Bandsound abliefern, sind diese Vergleiche doch  treffend, wenn man bedenkt, dass sich jede dieser Bands mit jedem Album neu definiert, bzw. Wege suchen, ihren Sound auf neue Wege zu kanalisieren. Schon beim Debüt von Polarkreis 18 war klar, diese Jungs aus Dresden ticken genauso.

Nun liegt „The Colour Of Snow“ also vor und man muss der Band lassen, sie hat alles richtig gemacht. Einen Beleg dafür liefert allein schon die Vorabsingle „Allein Allein“, egal, ob der Song nun gefällt. Vor allem die Fans der ersten Stunde entbrannten in hitzige Diskussionen ob der Kommerzialisierung ihres Sounds. Aber ein begeistert mitsingendes Publikum auf der Popkomm und auf der Albumrelease-Show geben der Band Recht, von einer Platzierung in den Top 10 der deutschen Charts mal abgesehen. Der Hang zur ganz großen Geste ist auf „The Colour Of Snow“ somit wenig überraschend noch ausgeprägter als auf dem Debüt, war da aber auch schon, z.B. in den Songs „Dreamdancer“ und „Crystal Lake“ vorhanden. Der Sound ist nun noch komplizierter und stellenweise noch bombastischer. Der Band gelingt es aber glücklicherweise die Songs vor zuviel Pathos zu retten und trotz Theatralik und Orchesterbombast, mitreißend und überraschend zu gestalten. Gerade, wenn das Orchester ein wenig in den Hintergrund rückt und die Stimme von Felix Räuber hauchzart durch eine Harfe, Streicher, oder auch nur ein Keyboard begleitet, in ergreifende Höhen schwingt, entwickeln die Stücke eine beeindruckende und herzzereißende Note. So sind gerade die ruhigeren Stücke, wie das wunderschön fragile „River Loves The Ocean“ und der Abschlusstrack „Happy Go Lucky“ die überzeugendsten Songs auf „The Colour Of Snow“. Aber auch die bombastischen Stücke, wie „Tourist“ und das rockigere „Rainhouse“ entwickeln eine extrem treibende Kraft. So zeigt „The Colour Of Snow“, dass ein Umzug zu einem Major-Label nicht gleichzusetzen ist mit dem Überbordwerfen der eigenen Ideale, sondern auch bedeuten kann, dass man die gebotene Chance beherzt nutzt, um die eigenen Ansprüche an Popmusik zu verwirklichen. Diesen Herbst hat man übrigens die Chance sich auch live von der Band überzeugen zu lassen, hier alle Infos.

Video zu „Allein Allein“:

httpv://www.youtube.com/watch?v=444L2Kc4zIg

Homepage der Band
Bandinfos bei Vertigo FM

Discussion

Comments are closed.

Archive