Rezensionen

Plushgun – Pins And Panzers

Sich einen Namen, der übersetzt so viel wie Plüschpistole bedeutet, zu geben hat schon was. Wenn der musikalische Stil dann auch noch passt ist das natürlich ein zusätzlicher Gewinn. Wie viel Denkarbeit Daniel Ingala nun in diesen Projektnamen gesteckt hat, war leider nicht heraus zu finden, bedenkt man, wie treffend er seine Musik verbildlicht muss es entweder sehr lang gewesen sein, oder eine glückliche spontane Eingebung. Auf seinem Debüt „Pins And Panzers“ verknüpft der 25 jährige Brooklyner nämlich plüschig poppige Sounds mit harten, bumpernden Beats und Synthies. Seine Inspiration bezieht Ingala aus den späten 80ern und den frühen 90ern, von Pulp und New Order und natürlich aus seiner Highschool-Zeit. Aus dieser Zeit sind angeblich auch seine Mitstreiter Taylor Armstrong und Matt Bogdanow geblieben, die nun zum Line-Up von Plushgun zählen.

Bereits der Opener „Dancing In A Minefield“ zeigt eine im positiven Sinne klebrige Mischung aus Dance und Pop. Auf einem kuscheligen Synthieteppich macht es sich eine süße Popmelodie gemütlich, über der Ingala’s Stimme leicht verträumt schwebt. Im Verlauf erhält der Song noch einiges an Drive und wird vom Dream-Popper zum Tanzflächenfüller. Bei „How We Roll“ bricht die Party dann richtig los, mit leicht gehetztem Gesang und pluckernden Beats. Thema auch hier Ingala’s Highschool-Zeit. Ihren Web 2.0 Hit „Just Impolite“ verpulvert die Band bereits an dritter Stelle. Ein Song wieder zwischen verträumt und geradeheraus, der auch eines der Highlights darstellt. Ingala’s sanfte Stimme, die dichte Instrumentierung und die Textzeile „I Walk The Line Like Johnny Cash“ machen den Song zu einem potentiellen Sommerhit für die Indie-Discos. Wer zu diesem Zeitpunkt noch nicht von der Leichtigkeit, der Verträumtheit und der guten Laune von „Pins And Panzers“ verzaubert ist, der hat vermutlich einen Zuckerschock erhalten. Hat man es aber geschafft, sich auf diese infizierende Mischung aus Pop und Elektronik – gibt es Poppotronic? Nicht? Dann nehmen wir jetzt Indietronic, das gibt es immerhin – einzulassen, dem präsentiert sich eine der schönsten Sommerplatten. Und trotz ein paar kleineren Längen im Verlauf auch nach Song 3 noch ganz viele weitere Entdeckungen, wie etwa das hoffnungslos romantische „Let Me Kiss You (And I’ll Fade Away)“, mit Ukulele und Hand-Claps. Plushgun waren für uns jedenfalls schon eine der Entdeckungen des Junis in unserem Briefkasten und ein guter Kandidat für verträumte Sommerabende oder die Indietronic-Disco. 

Rating: ★★★½☆
Plushgun
Video zu „Just Impolite“

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