Rezensionen

Placebo – Loud Like Love

Placebo - Loud Like Love

Als Placebo vor mittlerweile vier Jahren ihr sechstes Studioalbum „Battle For The Sun“ war das Album ein fettes Statement in Sachen Rockmusik, dass die Band um Brian Molko es immer noch drauf hat emotionale Rocksongs zu schreiben, die im Zweifel das Zeug für die Ewigkeit haben. Vergessen waren die Durchhänger der Vorjahre und Placebo waren reifer denn je. In Deutschland erreichte das Album sogar Goldstatus und Placebo konnten sich viel Zeit für Touren und Pausen nehmen. Jetzt sind sie also zurück mit ihrem neuen Album „Loud Like Love“ und die Vorabsingle „Too Many Friends“ machte schon die Marschrichtung klar. Placebo sind abgerückt von universellen Themen, wie Liebe, Lust, Betrug und Freundschaft und versuchen sich nun auch in Gesellschaftskritik. Die Single machte auch deutlich, dass man diesen Versuch der Band durchaus kritisch sehen kann. „Too Many Friends“ bietet platteste Lyrics, mit denen das Social Media Verhalten der Gesellschaft kritisiert werden soll. Dazu cheesy Instrumentierung mitsamt Streichern und dramatischem Höhepunkt, dem derart seichte Textpassagen von Molko gegenüber stehen, dass man eigentlich nur fremdschämend mit dem Kopf schütteln kann.

Dieses Kaliber Songs haben Placebo gleich mehrmals auf „Loud Like Love“ versammelt. Da wäre zum Beispiel das Stück „Rob The Bank“, bei dem die Band immer wieder „Rob The Bank“ skandiert und dazu auffordert Liebe zu machen und sich der Macht des Kapitals mit aller Macht entgegenzuwerfen. Diese Haltung stand Rage Against The Machine wirklich gut, doch dank der platten Lyrics von Molko wirkt das hier einfach zur aufgesetzt und konstruiert. Dass die Band anders kann demonstriert sie zum Beispiel mit „Hold On To Me“. Einer tollen Ballade mit viel Herzschmerz, bei der sich Placebo aber eben auch auf ein Thema beschränken, dass sie drauf haben und sich nicht in Gesellschaftskritik üben. Hinzu kommt, dass sich Placebo auf dem gesamten Album auf ihr erprobtes Soundspektrum beschränken. Das Trio scheint hier Neues zu scheuen, wie Brian Molko das Sonnenlicht und bietet 45 Minuten nur allzu gut bekannt Bandsound. Statt den lauten Seiten der Liebe präsentiert die Band einfache Hausmannskost. Die sättigt auch, aber sie kickt einen eben nicht.

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Discussion

  1. […] 84 eagleowl – this silent year 85 Miss Li – Tangerine Dream 86 Phoenix – Bankrupt! 87 Placebo – Loud Like Love 88 Tocotronic – Wie wir leben wollen 89 Abby – Friends & […]

    Posted by WhiteTapes Record Of The Year 2013 – das Ergebnis | WhiteTapes | Januar 1, 2014, 2:06 pm

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