Rezensionen

PINS – Wild Nights

PINS – Wild Nights

Es ist schon wieder drei Jahre her, dass die Russinnen von Pussy Riot den Begriff Riot Girl, der Anfang der 90er geprägt wurde, wieder in die Medien brachten. Dabei fielen die Russinnen mehr durch starken Protest, als durch musikalisch wertvollen Ausdruck auf. Aber gerade in Russland ist feministischer Protest ja auch nach wie vor angebracht.

Wie sieht das aber in der westlichen Welt aus? Hier zeigt das aktuelle Beispiel Caitlyn Jenner, dass Feminismus nach wie vor angebracht ist. Als Mann für seine sportlichen und wirtschaftlichen Erfolge gefeiert, wird sie nun auf ihr Aussehen reduziert und muss sich mit Spekulationen auseinandersetzen, wie viel an aktuellen Coverfotos retuschiert ist.

Da ist es natürlich gut, dass es auch heute noch Bands gibt, die sich auf den Geist der Riot Girl Bewegung berufen und hier ist nicht nur die Rede von Beth Ditto. Auch PINS aus Manchester verarbeiten in ihrer Musik Einflüsse der Bewegung und rufen Erinnerungen an Sleater Kinney und Hole hervor und stellen sich in eine Reihe mit Warpaint und Dum Dum Girls.

Knapp zwei Jahre nach ihrem Debüt „Girls Like Us“ veröffentlichten sie nun ihr zweites Album „Wild Nights“. Die Aufnahmen dazu fanden zusammen mit Dave Catching (Queens Of The Stone Age, Eagles Of Death Metal) in Joshua Tree statt. Die Einflüsse auf dem Werk reichen nun von 60er Jahre Pop-Musik bis hin zu Indie-Rock der 90er Jahre. Die Bandbreite auf dem Album ist dementsprechend groß. PINS reihen Stücke mit düsterer Note, wummernden Bässen und dreckiger DIY-Note, wie z. B. „Oh Lord“ an langsamere, sonnige Pop-Nummern, wie „Molly“ und „House Of Love“. Dazwischen gibt es vor allem jugendlichen Indie-Rock mit rotziger Note. Das unbeschwerte „Dazed By You“ mit seinen Schrammelgitarren und dem holprigen Schlagzeug bietet dabei ebenso Hitpotential, wie die Vorabsingle „Young Girls“.

Das ergibt insgesamt eine durchaus sommerliche Mischung, die zwar wenig nach dem feministischen Protest der großen Vorbilder klingt, dennoch mit viel Selbstbewusstsein und musikalischem Können dafür sorgen könnte, dass bald mehr junge Frauen zur Gitarre greifen und in Indie-Rockbands nicht mehr nur im Hintergrund am Keyboard stehen und nett anzusehen sind.


Youtube direkt

Facebook // Website // Label

Musik von PINS bei Amazon.de kaufen

Discussion

Comments are closed.

Archive