Rezensionen

PHOX – „PHOX“ (s/t)

Phox, self titled debut album art

Beim amerikanischen Sextett von PHOX handelt es sich wohl um eine dieser Bands, die wie aus dem Nichts kommt und ungeahnte Überraschungserfolge feiert. Also quasi das Gegenteil von Lana Del Rey, deren „Überraschungserfolg“ ja bekanntlich von langer Hand von einem Major über Musikblogs und viele andere strategische Platzierungen so geplant war, dass man Pressewirksam von einem Geheimtipp sprechen konnte. PHOX wurden erst vor drei Jahren von Zach Johnston gegründet, während dieser in San Francisco lebte. Gemeinsam mit seiner guten Freundin Monica Martin arbeitete er an Songs und formte eine Band mit ehemaligen Schulfreunden aus seiner Heimatstadt Baraboo.

Die Bandgeschichte will es, dass die Besonderheit an ihrer Heimat ist, dass man dort viel schmutziges Trinkwasser zu sich nehme und dadurch zum Mutanten wird. Im Fall der sechs Bandmitglieder hat diese Mutation positive Früchte getragen und Sängerin Monica Marin eine tolle Charakterstimme verliehen, mit der sie im Stil von St. Vincent durch die Songs leitet. Die restlichen Musiker steuern eine Instrumentierung aus leichtem Folk-Pop bei, der teils an Sufjan Stevens erinnert.

Mit dieser Mischung hat die Band zunächst ihre EP „Confetti“ veröffentlicht, die sie im letzten Jahr zunächst im Vorprogramm von Blitzen Trapper, beim SXSW und in letzter Sekunde beim Lollapalooza präsentierten, wo sie eine, für ihren frühen Slot, überraschend große Menge begeisterten. Aus dem Nichts war dieses junge Sextett also das nächste große Ding, weshalb sie wohl auch das Vergnügen hatten Produzent Brian Joseph (Bon Iver, The Fray) für ihr Debüt gewinnen zu können und das Album in Justin Vernon’s Heimstudio aufnehmen zu dürfen. Das Ergebnis der Aufnahmen in Eau Claire, Wisconsin sind zwölf unbeschwerte Songs mit vielen Anleihen aus Folk, Pop und Soul. Stets schwebend zwischen anspruchsvolleren, experimentellen Klängen und einer guten Dosis Kitsch, schreiten PHOX beschwingt durch ihr Album und präsentieren einen der wohl pfiffigsten Pop-Entwürfe des Albums. Der schmale Grat Richtung Kitsch wird dabei zwar auch das ein oder andere Mal überschritten, doch musizieren PHOX mit einer derart sympathischen Grundhaltung, dass einem das Debüt stets gute Laune beschert.

PHOX auf Deutschland-Tour

03. September 2014, Hamburg, Prinzenbar
04. September 2014, Berlin, First We Take Berlin!
18. November 2014, Köln, Luxor
19. November 2014, Münster, Gleis 22
21. November 2014, Berlin, Privatclub
25. November 2014, München, Atomic Café

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