Rezensionen

Phoenix – Wolfgang Amadeus Phoenix

Dass die Franzosen virtuos mit Lederbällen umgehen können, dürfte unter Fußballfans hierzulande hinlänglich bekannt sein. So verzückt Franck Ribery trotz seiner Zugehörigkeit zu einem ungeliebten Verein jenseits des Weißwurst-Äquators, Fußballliebhaber mit fantastischen Toren, Tempodribblings und technischen Kabinettstückchen. Auch in der Musikwelt punkten unsere Nachbarn mit Kreativität und einem sicheren Gespür für tanzbare Musik. So stellen Phoenix ihr neues Album vor, welches ganz unbescheiden auf den Namen „Wolfgang Amadeus Phoenix“ hört. Genau wie beim Debüt „United“ stand auch diesmal ihr Landsmann Phillipe Zdar hinter den Reglern und sorgt, wie schon beim Erstling für eine atemberaubend gelungene Platte.

Nun hat das Album mit dem österreichischen Wunderkind und Komponisten ungefähr soviel gemeinsam, wie Franck Ribery und Vinnie „The Axt“ Jones (für Nicht-Fußballfans, Wikipedia hilft hier gerne weiter). Dennoch überzeugt es auf ganzer Linie. Die Franzosen besinnen sich ganz auf ihre Stärken und spielen erfrischen Powerpop mit starken elektronischen Einflüssen, der einen nahezu drängt, das Tanzbein zu schwingen. Synthesizer gepaart mit Gitarren und Schlagzeug bzw. Drumcomputer lassen freudige Erwartungen wach werden auf die ersten Live-Auftritte der Band, z.B. beim diesjährigen MELT. Schwierig auf diesem exzellenten Album auch noch Anspieltipps auszuwählen. Ich probiere es trotzdem mal: Definitiv zu nennen sind der Track „1901“, mit dem das Album eingeläutet wird. Ein knarzender Bass, der allgegenwärtige Sythie-Sound und natürlich die perfekte Stimme von Sänger Thomas Mars. Besser kann die erste Single-Auskopplung wohl nicht klingen. Außerdem zu empfehlen, der erste Song „Lisztomania“, die in jeder Indie-Disco für eine volle Tanzfläche sorgen wird. Doch nicht nur auf den Tanzflächen wird man Phoenix definitiv mit offenen Ohren empfangen. Das Album eignet sich auch als idealer Wegbegleiter für einen Trip ans Meer, so gechillt und groovend fährt man wohl selten der Sonne entgegen. Also, 2 thumbs up! Volle Punktzahl. Glückwunsch und recht herzlichen dank für die Aufmerksamkeit.

Rating: ★★★★★
Phoenix

Video zu „Lisztomania“

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