Rezensionen

Peter Broderick – „Float 2013“

Peter Broderick - Float 2013

Fünf Jahre ist es schon her, dass der junge Amerikaner Peter Broderick im zarten Alter von nur 21 Jahren sein Debütalbum „Float“ veröffentlicht, das er über einen Zeitraum von zwei Jahren eingespielt hatte. Damals spielte er das Album mit niedrigem Budget und großen Ambitionen ein und veröffentlicht es dann, obwohl er mit dem finalen Mastering nie wirklich zufrieden war. Zwar brachte es ihm dann zwar kaum Aufmerksamkeit, aber einen Achtungserfolg, denn noch im selben Jahr veröffentlichte er auf Bella Union das Album „Home“. Eine wunderschöne Folkplatte, die ein wenig dem vorgreift, was Peter in den nächsten Jahren prägt, nämlich das stetige Unterwegssein.

Er lebt zunächst in Dänemark und wird Mitglied von Efterklang, mit denen er heute noch manchmal auftritt, ist dann mal ein paar Wochen in Berlin und dann wieder in London. Ein Leben, das ihn seelisch mehr belastet, als er sich eingestehen möchte, weshalb er im Sommer beispielsweise seine gesamte Europatour absagen musste, um zurück in seine Heimat Portland, Oregon zu gehen, wo er sich erholen möchte.

In den letzten fünf Jahren fand Peter Proderick auch seine Labelheimat bei Erased Tapes, wo er mit Labelchef Robert seine Idee besprach, irgendwann auch seinem Debüt „Float“ das Mastering zu verpassen, das es seiner Ansicht nach verdient. Dieses Jahr war es dann soweit. Broderick ist mittlerweile 26 Jahre alt und hat für sein zartes Alter bereits eine riesige Diskographie. Zusammen mit seinem Labelkollegen Nils Frahm nimmt er sich in dessen Berliner Studio sein Debüt vor und kleidet sie ganz neu ein. Die Songs, die er als „the core of my musical heart, the foundation of my aspirations as a musician“ bezeichnet, wurden auseinandergenommen und neu zusammengesetzt, bis sie zu dem wurden, was sich Broderick schon immer von ihnen versprochen hat.

„In so many ways I’ve found myself coming around the circle, back to the place I started, only perhaps the circle itself has moved. But the dream is the same. And my little baby has a new pair of shoes“ erklärt er. Fünf Jahre später fühlen sich die Stücke dann beim Hören auch nicht wie alte Bekannte an, sondern wie ein neues Kapitel im Schaffen des Künstlers. Man hat den Eindruck, Songs wie „A Snowflake“ und besonders „Stopping On The Broadway Bridge“ entfalten erst jetzt ihre ganze Schönheit. „Float 2013“ ist ein intimes Album mit ruhigen Soundlandschaften, die wie sanfte Wogen an den Strand schwappen und in langsamen Bewegungen von den Gezeiten erzählen, mal aufbrausen und dann wieder abklingen und sich zu berührenden Soundwelten entwickeln, in denen tiefe Verletzlichkeit und jede Menge Herz und Seele schlummern. Trotz zerbrechlich wirkender Arrangements strotzt das Album vor Kraft und stellt sich mit seiner inneren Wärme gegen die kalte Jahreszeit. Manchmal ist Rückbesinnung einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg in die Zukunft. Das zeigt Broderick auf „Float 2013“ unterstützt von Nils Frahm mit wunderschönen Songs und einer fesselnden Atmosphäre.

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