Rezensionen

Pete Yorn – Back & Fourth

Pete Yorn ist trotz 1 Million verkaufter Alben in den USA in Deutschland vielen noch nicht bekannt, zumindest nicht bewusst. Denn wer den zweiten Teil von Shrek sah und sich an die Szene erinnert, in der Shrek, Esel und Puss die Fabrik der Guten Fee aufmischen, der weiß nun wie Pete Yorn klingt. Zuvor platzierte Pete bereits Songs in diversen Hollywood-Filmen und Serien, wie 40 Tage 40 Nächte, Orange County, Hell Boy, Bones, House und vielen mehr. Der Mann hat also offentsichtlich ein Händchen für Songs, die quasi in jede Situation passen, ob nun seichte Komödie, Action-Film, oder Arztserie. Dennoch nahm er sich 2006, kurz nach dem Release seines dritten Albums „Nightcrawler“, das zusammen mit „Musicforthemorningafter“ und „Day I Forgot“ so etwas wie eine Trilogie bildete, auf so etwas wie dem Höhepunkt seiner Pupolarität etwas zurück.

Vielleicht hatte er Angst vor dem totalen Ausverkauf, oder auch einfach nur seine Richtung etwas aus den Augen verloren. Um wieder auf seinen Weg zu finden machte sich Pete auf nach Nebraska, denn der Aufenthalt dort hatte auch schon sein großes Idol Bruce Springsteen zu einem seiner stärksten Alben – namentlich „Nebraska“ – inspiriert. In Nebraska zog er sich aber nicht zurück, sondern scharrte in der Hauptstadt Omaha die gesamte musikalische Prominenz um sich, um sein erstes „Bandalbum“ einzuspielen. Das produzierte er dann mit Bright Eyes und Saddle Creek Hausproduzent Mike Mogis, holte sich u.a. noch Bright Eyes Pianist Nate Walcott, Azure Ray Sängerin Orenda Fink und Beck Drummer Joey Waronker ins Boot. Zusammen spielten sie Songs ein, die Pete in seinen zwei Monaten Aufenthalt im Haus von Mike Mogis geschrieben hat. Jetzt ist Pete Yorn also zurück und präsentiert sein viertes Album, das für ihn eine neue Richtung aufzeigen soll, der Albumtitel „Back & Fourth“ ist somit also gleichermaßen simple Beschreibung des Status Quo und Botschaft zugleich. Natürlich bedeutet das nun nicht, dass Pete Yorn mit seinem neuen Album eine ganz neue Richtung eingeschlagen hat, vielmehr gelang ihm eine Rückbesinnung auf alte Stärken, die insbesondere sein Debüt auszeichneten, garniert mit kleinen neu hinzugewonnen Finessen und seinem bisher organischtem Gesamtsound. Das macht stimmige, amerikanische Singer-Songwriter Songs, die wie gewohnt von Pete Yorn’s tiefer Stimme leben. Dabei deckt er das gewohnte Spektrum von Balladen bis zu rockigeren Up-Tempo Songs ab. Direkte Hits, wie etwa „Lose You“, oder „Crystal Village“ sind zwar nicht enthalten, dafür überzeugt „Back & Fourth“ im Vergleich zu den Vorgängern auf ganzer Länge und zeigt einfach nur unterhaltsame, kurzweilige und auch spannende Pop-Songs, an die viele andere Songwriter trotz drei Alben noch nicht im Ansatz heran reichen. So sollte es nun auch mit der größeren Bekanntheit in Deutschland klappen und wenn wider doch nicht, steigt die spätestens im September mit dem Release des Albums „Break Up“, das er zusammen mit Scarlett Johansson eingespielt hat.

Rating: ★★★★☆
Pete Yorn

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