Rezensionen

Perfume Genius – Too Bright

Perfume Genius - Too Bright

Mehr als vier Jahre ist es jetzt schon her, dass der US-Amerikaner Mike Hadreas alias Perfume Genius uns auf seinem Debüt mit traurigen Texte, einer leicht hintergründig hallenden Gesangsstimme und Klängen eines alten, leicht verstimmten Klaviers verzauberte und Songs aus der zerbrechlichen Seele eines Teenagers verzauberte. So viel Zerbrechlichkeit und Ehrlichkeit hatte man lange nicht gehört und Mike verzückte Fans um die ganze Welt und auch die Mitglieder von The National, die sogar den Titeltracks des Debüts coverten. Mit „Put Your Back N 2 It“ folgte nur zwei Jahre später der Nachfolger zu „Learning“. Das zweite Perfume Genius Album zeigte zwar nicht den bekannten, fragilen Musiker des Debüts, dennoch wusste es zu überzeugen. Eine Sensation war es zwar nicht, die Erwartungen waren nach „Learning“ waren dafür aber auch viel zu hoch.

„Put Your Back N 2 It“ zeigte einen Musiker, der über zwei Jahre weiter gereift war und der sich ständig weiter entwickelt. Eine Entwicklung, die noch lange nicht zum Stillstand gekommen ist, die aber im neuen Werk „Too Bright“ ihren bisherigen Höhepunkt erreicht.

„Too Bright“ beginnt, wie man es von Perfume Genius erwartet. Mit einem ruhigen Klaviersong, viel Hall und dem fragilen Gesang von Mike Hadreas. Ein leichter Einstieg für Fans des Debüts, denen es aber schwer fallen dürfte, das folgende zu verarbeiten, ohne die Entwicklung auf dem zweiten Album mit verfolgt zu haben. „Queen“ ist ein starker Popsong mit dröhnendem Keyboard, großartigem Refrain und kraftvoller Instrumentierung. Ein Stück, das einen Musiker zeigt, der in eine düstere, kraftvoller Richtung vordringt und der seine Liebe zur Popmusik leicht avantgardistisch auslebt. „Too Bright“ bietet viele Momente, in denen das Songwriting von Perfume Genius in schrofferen Elektronikklängen explodiert und das offensiv mit Themen, wie Homosexualität und Identitätssuche umgeht. Die Klangpalette ist nun deutlich erwachsener und reicht von den gewohnt traurig, melancholischen Klängen, bis hin zu künstlerisch ausgefeilten, kraftvollen Klängen mit einem Hang zu großen Popmomenten, wie sie auch St. Vincent auf ihrem aktuellen Album „St. Vincent“ auslebt.

Perfume Genius auf Deutschland-Tour

17. November 2014, Berlin, Lido
18. November 2014, Heidelberg, Pret-a-ecouter Festival


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