Rezensionen

Pearl Jam – Backspacer

In knapp 20 Jahren Bandgeschichte zeigten sich Pearl Jam nie überhastet, was ihre Veröffentlichungen anging. So haben sie sich denn auch mittlerweile auf einen Takt von etwas mehr von 2 Jahren eingespielt, zwischen denen Pearl Jam mal ein wenig touren, oder Soloprojekten nachgehen. Eddie Vedder spielte so beispielsweise im letzten Jahr den Soundtrack für den Film „Into The Wild“ ein und zeigte, dass er auch ohne laute Gitarren ordentliche Songs schreiben kann. Songs, die ihn songwriterisch wieder erstarkt zeigten, anders als auf den letzten drei Pearl Jam Alben, dem schwächeren „Binaural“, dem durchwachsenen „Riot Act“ und dem okayen „Pearl Jam“.

Die Vorabsingle „The Fixer“ präsentierte die Band dann wieder geradeheraus und unterhaltsam rockend. Mit Pearl Jam ist also anscheinend wieder zu rechnen. Doch der Einstieg in „Backspacer“ wirkt dann erst einmal ernüchternd, der Opener „Gonna See My Friend“ rockt zwar auch ordentlich, wirkt aber dermaßen abgehangen und unspektakulär, dass er trotz eines schreienden Eddie Vedder nicht viel zu reißen vermag. Auch „Got Some“ kommt recht eintönig daher und vermag eher mit seiner Rockerpose zu nerven, als wirklich zu unterhalten. Mit „The Fixer“ kommt dann aber auch endlich die Unterhaltung in „Backspacer“. Der Song gibt fröhlich Gas und kommt mit abwechslungsreicher Melodie daher. Etwas funky versuchen sich Pearl Jam dann bei „Johnny Guitar“, was allerdings mit einer etwas seltsamen Gesangslinie und einer bemüht funky Bandbegleitung als Totalausfall angesehen werden darf. Wenn Pearl Jam in der Folge aber den Rock wieder etwas zurück fahren und wie in „Just Breathe“ und „Amongst The Waves“ etwas ruhiger werden, zeigt sich wieder das wahre Unterhaltungspotential eines Eddie Vedder und seiner Kumpanen. Auch das etwas rockigere „Unthought Known“ weiß auf der zweiten Albumhälfte zu überzeugen, der Song kommt mit einer Prise mehr Pathos und toller Klavierbegleitung daher ohne kitschig zu werden. So funktioniert gutes Songwriting. Das macht die zweite Albumhälfte, mal abgesehen vom absolut unhörbaren „Supersonic“, auch zum stärksten, was man seit einigen Alben von Pearl Jam gehört hat, aber es ist eben auch nur eine Hälfte. Insgesamt ist „Backspacer“ ähnlich durchwachsen, wie viele andere Pearl Jam Alben und somit wohl auch ein typisches Album der Alternative-Rock Helden.

Rating: ★★★☆☆
Pearl Jam

Video zu „The Fixer“


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