Rezensionen

Paul Smith and Peter Brewis – Frozen By Sight

Peter Brewis and Paul Smith - Frozen By Sight

Blickt man auf die letzten zwei Jahre zurück, dann waren Paul Smith und Peter Brewis nicht gerade untätig. Smith veröffentlichte mit Maxïmo Park zunächst 2012 das Album „The National Health“ und in diesem Jahr bereits den Nachfolger „Too Much Information“.

An letzterem hat auch Peter Brewis mitgearbeitet, half zusammen mit seinem Bruder David bei der Produktion und stellte das Studio seiner Band Field Music für die Aufnahmen zur Verfügung. Bereits ein Zeichen dafür, dass Peter ebenfalls fleißig war. Ganz davon abgesehen, dass er 2012 mit Field Music „Plumb“, das vorerst letzte Album der Band veröffentlichte und in diesem Jahr als Bandmitglied auf dem neuen School Of Language Album „Old Fears“ vertreten war. Parallel fanden beide Musiker nun jedenfalls immer mal wieder die Zeit, Erfahrungen aus Reisetagebüchern von Paul Smith zum Album „Frozen By Sight“ zu verquicken.

Ein Werk, auf dem das Duo die Eloquenz und Beobachtungsgabe des Maxïmo Park Frontmanns mit den ausgefeilten Arrangements und dem ganz eigenen Melodiegespür von Field Music verbindet.

Musikalisch bewegt sich „Frozen By Sight“ zwischen Smith’s Soloalbum „Margins“ und dem Soundkosmos von Brewis Band Field Music, sowie seinem Solo-Projekt The Week That Was. Also liebevoll arrangierter Pop mit Anleihen aus Kammermusik und Art-Pop. Mit großer Detailfreude und dem Einsatz eines tänzelnden Pianos, verspielten Percussions, trödelnden Bässen und gekonnt eingesetzten Streicherarrangements, instrumentiert das Duo die Tourgeschichten und Beobachtungen von Paul Smith. Mal aufbrausend und häufig tiefenentspannt singend erzählt Smith von Erlebnissen in Ungarn, Australien, Spanien und Ozeanien.

Meist sind es hübsch ausgeschmückte Alltäglichkeiten, die Smith vorträgt. Die sind oft ebenso unaufdringlich und zurückhaltend geschildert, wie Paul Smith einem in Interviews auch begegnet. Ein wenig mehr Dringlichkeit und „auf-die-Kacke-hauen“ hätte dem Album sicherlich gut getan. Da aber genau dies nicht gewollt war, ist „Frozen By Sight“ mit seiner Detailverliebtheit und wahrlich ausgeklügelten Arrangements ein luftig daher schwebendes Konzeptalbum, das wunderbar, ohne übertriebenes Songwriting, flüchtige und unzusammenhängende Augenblicke eines einzelnen Moments des Alltags widerspiegelt und somit ein Album, auf das man sich einlassen wollen muss. Wenn man es aber tut, erwarten einen kleine Wunderwelten.

Bei Drowned In Sound gibt’s „Frozen By Sight“ im Stream

Website // Paul Smith bei Facebook // Field Music bei Facebook // Label

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