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PATTERNS – Waking Lines

PATTERNS - Waking Lines

Mal ehrlich, als junge Band hätte man sich im Hipsterzeitalter wohl keinen besseren Namen als PATTERNS wählen können. Der Name ist kurz, einprägsam und hat einen gewissen Klang. Das Problem ist nur, dass es neben PATTERNS aus Manchester, um die es hier geht, auch noch eine Kölner Band mit Namen PTTRNS gibt, die ganz Hipster auch gleich noch auf Vokale verzichtet. Hinzu kommt noch eine Band aus Costa Rica mit dem Namen PATTERNS, die es bei Facebook mittlerweile auf mehr als 12.000 Fans gebracht hat und damit auf rund zehn mal mehr Unterstützer als dieses Quartett aus Manchester. Ein Alleinstellungsmerkmal ist der Name der Band also noch lange nicht. Für Alleinstellung muss die Band dann also über ihren Sound sorgen. Dafür hat sich die Band, ähnlich wie im letzten Jahr M O N E Y, die ebenfalls aus Manchester stammen und uns mit ihrem Debüt „The Shadow Of Heaven“ begeisterten, einem gesamtkünstlerischen Konzept verschrieben. So untermalen sie live ihren Dreampop-Sound mit künstlerischen Bildern, Kurzfilmen und Projektionen von VHS, die ein audiovisuelles Gesamterlebnis erschaffen. PATTERNS haben nämlich Dali und andere Künstler zum Vorbild und orientieren sich erst in zweiter Instanz an anderen Musikern.

Da mit solch einem künstlerischen Ansatz auch immer ein gewisser Perfektionismus einhergeht hat die Band ihr Debüt-Album auch einfach mal selbst produziert. Musikalisch orientieren sie sich an Dreampop und Shoegaze von My Bloody Valentine, den Cocteau Twins, Friendly Fires und The Jesus and Mary Chain. Thematisch dreht sich das Album wie der Titel schon vermuten lässt um Schlaf und Wachsein, Realtität und Träume. Dafür erschafft die Band halluzinatorische Klänge, die von der tollen Stimme von Sänger Ciaran McAuley getragen werden. In den zehn Stücken gelingt der Band meist der Spagat zwischen Experimentierwut, Popappeal, Tanzbarkeit und auch Pathos. Gerade der Titeltrack ist ein wunderbares Beispiel dafür. Die Band steigert sich hier in eine ekstatische Spielwut und entfaltet ihr volles Potential. Tolles Detail und ein weiterer Beleg für den Perfektionismus der Band sind die hier eingesetzten Samples von Kirchenglocken, welche die Band in mühevoller Kleinarbeit in Manchester aufgenommen hat. Die perfekte Balance gelingt der Band zwar nicht immer und so driftet sie manchmal ein wenig in Geklimper ab und geht an anderer Stelle zu offensichtliche Pfade. Ein starkes Debüt ist „Waking Lines“ aber allemal.

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