Rezensionen

Parenthetical Girls – Entanglements

Die Parenthetical Girls als Newcomer zu bezeichnen ist faktisch eigentlich falsch, dennoch veröffentlichen sie mit ihrem neuen Album „Entanglements“ erstmals ein Album in Deutschland, nachdem sie kürzlich ganz neu von Tomlab unter Vertrag genommen wurden. Auch wenn zwei Alben vorangingen ist „Entanglements“ auch eine Art Debüt für Frontmann Zac Pennington, denn es ist das erste Album der Parenthetical Girls als Quartett, nachdem ihm in der Vergangenheit verschiedenste Musiker zur Seite standen, scheint er nun eine feste Formation gefunden zu haben, mit der er seine Idee von Popmusik verwirklichen möchte.

Wer die Signings bei Tomlab kennt wird wissen, was Pop in diesem Zusammenhang bedeutet, wenn man zum Beispiel Patrick Wolf als Musterbeispiel des Tomlab’schen Popverständnisses nimmt. So überrascht es dann auch nicht, dass die Parenthetical Girls Pop abseits der ausgetretenen Pfade spielen. Ihr Pop siedelt irgendwo zwischen Kammermusik, Avantgarde, Zirkus und orchestralen Klängen. Eine schräge Mischung aus The Arcade Fire und Patrick Wolf mit fröhlichem Unterton. Schon der Opener „Four Words“ mit seinem wilden Streicherarrangement und dem verspielten Xylophon gallopiert förmlich in die Gehörgänge. Ähnlich gestaltet sich der Großteil des Albums, stimmig durchkomponierte Kleinode treffen auf Zac Penningtons Hang zur Extravaganz und schrammen ganz eng am Kitsch vorbei. Man spürt förmlich, die Hingabe mit der sich Zac jedem Song bis ins kleinste Detail gewidmet haben muss. Man möchte ihm fast vorwerfen, dass die Songs stellenweise überambitioniert wirken, kann es aber nicht, da genau in diesem Moment wieder ein Detail im Song auftaucht, dass einen beim Hören einfach zu sehr verzückt und sei es auch nur durch die Lyrics, die immer zwischen juvenil verrückt, albern, entrückt und pervers tändeln. Ein herrlich schräges Album also, mit viel songwriterischem Geschick und einer Prise jugendlichem Größenwahn.

Video zu „A Song For Ellie Greenwich“:

httpv://www.youtube.com/watch?v=h19KnjDqS5M

Myspace der Band mit Hörproben
Homepage des Labels Tomlab

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