Rezensionen

Olli Schulz – Es Brennt So Schön

Olli Schulz hat es nun endlich geschafft. Die erste Platzierung in den Charts. „Mach den Bibo“, die Vorab-Auskopplung aus dem Longplayer „Es brennt so schön“ erklimmte einen respektablen Platz 37. Das es aber gerade der stupide Tanzsong sein muss, der den Namen Olli Schulz bei so manch einem ins Hirn brennt, ärgert die meisten Fans, denn ist gibt wahrlich bessere Songs aus dem Hause Schulz. Glücklicherweise auch auf der aktuellen Platte. Diesmal ohne den Hund Marie. Max Schröder war während der Aufnahmen mit Tomte unterwegs, so lag die Last diesmal auf den Schultern von Olli Schulz allein.

11 mal Olli Schulz + Gastmusiker, also kein einfaches Singer/Songwriter Album. Schon mit dem letzten Album „Warten auf den Bumerang“ ging Olli Schulz einen anderen Weg, mehr zum Erwachsenwerden. Auch auf „Es brennt so schön“ bleibt er diesem Weg treu, ohne falsch vorzugehen. Das Gute an Olli ist wohl die Art und Weise die Dinge zu betrachten. So handeln seine Songs über die Liebe nicht unbedingt von unaufhörlichem Herzschmerz, viel mehr versuchen sie zu ermuntern („So lange einsam“), die verklärte Wahrheit ans Licht zu bringen („Geheimdienst“), die Hoffnung, dass die Liebe einen erlöst („Herz los“) oder einfach nur die bittere Wahrheit(„Wie Sie“). „All you can eat“ rechnet mit der heutigen Gesellschaft ab, in der der Ausverkauf an erster Stelle steht und der Konsum wichtiger ist, als alles Andere. Apropos Ausverkauf. „Mach den Bibo“ bettelt wohl darum, dass so manch alteingesessener Fan das Wort in den Mund nimmt. Die Meisten sehen in diesem Song mehr, als nur einen stupiden Tanzsong, der geradezu lechzt auf den Dorffesten der Republik von der konsumierenden Gesellschaft befeiert zu werden. Irgendwie hat er sowas liebliches, niedliches an sich. Man kann ihm gar nicht böse sein, auch nicht, dass er diesen schrecklichen Songcontest des Kölner Metzgers beigewohnt hat. Der Versuch von Olli Schulz, der erste Mensch mit Realschulabschluß zu sein, der am Ballermann einen Hit hat, könnte doch für ganz neue Verhältnisse sorgen. Für kultivierte Verhältnisse. Wir lassen uns überraschen. „Isabelle“ erzählt die Geschichte einer fiktiven Person, deren Träume zerplatzt sind und die sich dem alltäglichen Leben hingegeben hat. Zum Abschluss swingt „Wenn die Sonne wieder scheint“ strahlend dem Ende entgegen. Was die Zukunft für Olli Schulz bringt, wird sich zeigen. Im Hier und Jetzt darf man sich gerne „Es brennt so schön“ hingeben und mit purem Genuss hören.

Das gesamte Album im Stream

Video zu „Mach den Bibo“

Natürlich ist Olli Schulz on the Road again und betourt das Album. Zu sehen ist er in folgenden Städten:
15.04. Flensburg – Volksbad
16.04. Osnabrück – Rosenhof
17.04. Oldenburg – Harmonie
18.04. Magdeburg – Factory
19.04. Berlin – Postbahnhof
21.04. Dresden – Beatpol
22.04. München – Backstage
24.04. Wien (A) – Flex
25.04. Heidelberg – Karlstorbahnhof
26.04. Zürich (CH) – Abart
27.04. Freiburg – Jazzhaus
28.04. Saarbücken – Garage Club
29.04. Köln – Gloria
30.04. Mülheim – Ringlokschuppen
01.05. Hamburg – Grünspan

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