Rezensionen

Ólafur Arnalds – Dyad 1909

Im November kündigten wir ja bereits an, dass Ólafur Arnalds neben den Arbeiten an seiner EP „Found Songs“, seinem neuem Album und einer Reihe anderer Seitenprojekte auch noch ein wenig Zeit gefunden hat, die musikalische Untermalung zu einem Ballett bei zu steuern. Eine ähnliche Geschichte also, wie schon bei Peter Broderick’s „Music For Falling From Trees“. Wobei es sich nicht bei allen Stücken, die es dann auf die EP „Dyad 1909“ handelt um Neukompositionen handelt.

Die Stücke „Lokaðu Augunum“ und „Við Vorum Smá…“ stammen bereits von der 2008er EP „Variations Of Static“ und das Stück „3326“ von seinem Debüt-Album „Eulogy For Evolution“. Für das Ballett wurden sie aber extra noch einmal umgeschrieben, um Dramatik und Tempo stimmig zu gestalten. Zusammen mit vier neuen Stücken bilden sie den bisher düstersten Release von Ólafur Arnalds. Mit unheimlichen Echos öffnet die EP in „Frá upphafi“, um dann in das traurige Klavierstück „Lokaou Augunum“ zu münden. Mit dem jammernden Streichquartett und der getragenen Klaviermelodie wird man direkt wieder in den Bann von Arnalds schmerzhaft schönen Kompositionen gezogen. Instrumental-Stücke mit tiefer, melancholischer Eleganz. Neben der klassischen Piano- und Streicher-Instrumentierung nutzt Arnalds nun auch vermehrt Compuer-Effekte, wie etwa in „Brotsjór“, wo der organische Schönklang der Geigen in kunstvollem Konflikt zu den scheppernden Störgeräuschen steht und eine wunderschöne Einheit für allerfeinstes Kopfkino bildet. Zwar könnte man es als Manko sehen, dass es vier neue Stücke auf „Dyad 1909“ zu finden sind, aber da die alten Stücke zusammen mit den neuen ein harmonisches Ganzes bilden, fällt das nicht einmal ins Gewicht.

Rating: ★★★★½
Ólafur Arnalds

Myspace // Label

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