Rezensionen

Okkervil River – The Stand Ins

ortsiNach Okkervil River’s überragenden Debüt „Black Sheep Boy“, das mit sprödem und teils düster schwermütigem Folk-Charme zu überzeugen wusste, veröffentlichen sie mit „The Stage Names“ 2007 einen etwas fröhlicheren, aber nicht minder guten Nachfolger, thematisch nun sogar mit erhobenem Zeigefinger. „The Stand Ins“ ist dazu nun so etwas wie das Add-On zu „The Stage Names“. Add-On deshalb, weil „The Stage Names“ ursprünglich als Doppel-Album geplant war, diesen Release aber nicht erfahren durfte. So erscheint nun mit „The Stand Ins“ also die zweite Hälfte und ist so etwas wie der leicht nervige und noch nicht ganz so reife kleine Bruder.

Der beinahe schäppernde und spröde Folk-Charme der Vorgänger ist nun einem glatteren, poppigerem Rock gewichen. Der Weltschmerz einer Fröhlichkeit, dass man nicht überrascht wäre, wenn Sänger Will Sheff in der nächsten Textzeile laut ausruft: „Tubby schmusen“. Die Stücke siedeln nun beinahe alle im Uptempo Bereich und erinnern mit Bläsern und Hammond-Orgel stellenweise sogar an Moneybrother. Dabei entstehen dann Totalausfälle, wie das countryeske, an Bob Dylan gemahnende „Singer Songwriter“, oder das ironisch poppige „Pop Lie“ mit Hand-Claps und albernem Piano. Hier geht der Witz nach hinten los. In den ganz ruhigen Momenten zeigen Okkervil River dann aber doch, mit verzerrten Gitarren, sanftem Schlagzeug, Piano und Streichern in Songs, wie „Blue Tulip“, oder auch „On Tour With Zykos“, dass sie das Komponieren großartiger Folk-Songs nicht verlernt haben. So hinterlässt „The Stand Ins“ beim ersten Hören einen leicht bitteren Nachgeschmack, der aber durch die tollen Songs, die leicht in der Merhheit sind und in Erinnerung bleiben, schnell verfliegt.

Video zu „Lost Coastlines“:

httpv://www.youtube.com/watch?v=ZKmZRO8XzyY

Okkervil River auf Tour:

17. November, BERLIN, Postbahnhof
18. November, MÜNCHEN, Registratur

Myspace der Band

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