Rezensionen

Oh, Napoleon – Oh, Napoleon (s/t, EP)

Das Schema junge deutsche Band mit Jungs an den Instrumenten und Mädel am Gesang ist in den letzten Jahren nach den großartigen Vorreitern Wir Sind Helden mit Bands, wie Silbermond, Juli und zuletzt auch Frida, zu so etwas wie einem schrecklichen Klischee geworden. Da klickt man beinahe schon reflexartig weiter, wenn sich wieder eine solche Band-Konstellation präsentiert. Erster Aspekt, warum wir bei Oh, Napoleon dann doch noch einmal hingeschaut haben, ist zum Einen, dass sie es wagen auf englisch zu singen, denn eigentlich gehört es sich in dieser Konstellation doch die deutsche Sprache zu wählen.

Das ist aber im Fall von Oh, Napoleon ein großer Vorteil, englisch ist neutral und vermeintliche Plattitüden lassen sich geschickt verstecken. Ein noch wichtigerer Punkt, der für Oh, Napoleon spricht ist allerdings der musikalische. Einzuordnen ist die Band nämlich ganz eindeutig unter Pop, das tun sie den Silbermond’s, Juli’s und anderen wieder gleich. Bei ihnen gerät das ganze aber herrlich unpeinlich. Mit viel Gefühl in der Stimme von Katrin Biniasch vorgetragen gerät das dann auch noch direkt unterhaltsam. Kein Wunder also, dass Oh, Napoleon auch bereits Größen, wie Starsailor und Portugal. The Man unterstützen durften und sich Produzent Oliver Zülch für ihre Debüt-EP verpflichtete. So klingt die Band auf ihrer ersten EP dann auch nicht, als käme sie aus Krefeld. Aber The Cardigans klingen ja auch nicht, als kämen sie aus einer schwedischen Kleinstadt. Damit hätten wir dann nun auch die klangliche Zuordnung und vermutlich nun auch genügend Würdigung für eine junge Band, die als Alternative zu den Silbermond’s und Juli’s dieser Nation im deutschen Formatradio laufen sollten.

Rating: ★★★★½
Oh, Napoleon

Myspace // Label

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