Rezensionen

Ofrin – On Shore Remain

Erklärt man kurz die Geschichte der Band Ofrin werden viele Musikfreunde vermutlich direkt auf Durchzug schalten. Hier geht es nämlich um eine klassisch geschulte israelische Sängerin, Ofri Brin, die sich 2005 in Berlin mit dem Komponisten Oded Kaydar zu einem Liebespaar und einigen weiteren Musikern zu einer Band zusammentut. Nach Kritikererfolgen mit ihrem Debütalbum, einer EP und einer Single steht ihnen nun bei ihrem zweiten Album „On Shore Remain“ der Durchbruch bevor. Denn von allen Seiten werden Rotschopf Ofri und ihre Mannen hofiert, die Volkswagen Sound Foundation fördert sie, die Initiative Musik gGmbH in Berlin auch.

Eddie Stevens (Moloko) ließ sich zur Produzentenrolle überreden und Mark Chung (Geschäftsführer Freibank & ehemals Einstürzende Neubauten) nahm sich ihrer ohne Umschweife als Verleger an. Klingt nun also erst einmal nach einem klassischen Fall für das Feuilleton, 3Sat, oder Arte, aber wohl eher als so etwas, wie dem Beginn schwedischer Strukturen zu verstehen, dort ist es nämlich ganz normal als Musiker von vielen Seiten gefördert zu werden, ohne dass man als Band auch nur im Ansatz im Feuilleton stattfinden würde. Okay, Ofrin werden sich dort auf jeden Fall auch einen festen Platz erspielen, aber das soll auch kein Grund sein, die Band gleich als zu hoch intelektuell abzutun. „On Shore Remain“ entpuppt sich dann auch natürlich als reichlich advangardistisch, mit komplexen Soundgeflechten aus Elektro, Jazz, Ambient, Soul und Ethno-Pop. Gepaart mit Ofirs intensivem, hohem jazzigen Gesang ergibt das sicherlich keine leichte, aber dafür sehr unterhaltsame Kost, an der sogar Marcel Reich-Ranicki bei aller Medienkritik seine Freude hätte.

Myspace der Band
Webwheel zum Album, mit den Songs im Stream
Infos bei Revolver Promotion

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