Rezensionen

Official Secrets Act – Understanding Electricity

Dass 2009 ein gutes Jahr für neue Releases ist, dürften inzwischen die Meisten gemerkt haben. Mit Now, Now Every Children, Soap&Skin, The Pains Of Being Pure At Heart, Hatcham Social, Dear Reader, Emmy The Great, Sky Larkin, White Lies und Glasvegas veröffentlichte eine lange Liste Bands bereits starke Debüt-Alben. Und auch alte Hasen, wie U2, The Rakes, Morrissey und Andrew Bird standen den genannten in nichts nach und so fragt man sich, was die restlichen 9 Monate noch so alles bereit halten werden, wo doch schon das erste Quartal genügend Lieblingsalben für ein ganzes Jahr lieferte. Die Antwort kann mit Blick auf die anstehenden Releases nur lauten: Noch mehr Lieblingsalben. Das wohl herausstechendste Merkmal in der aktuellen Flut toller Releases ist die große Heterogenität, die der neue Trend im Indie zu sein scheint. Depressive, schwarz gekleidete The Smiths und My Blood Valentine Erben, wie Glasvegas und White Lies finden eben so Beachtung, wie die fröhlichen Indie-Popper von Now, Now Every Children und Sky Larkin und leicht verschrobene Projekte, wie Soap&Skin und Dear Reader.

Ganz in diesem Geiste veröffentlichen nun auch Official Secrets Act aus Leeds ihr Debüt-Album. Mit dem versuchen sie auch keinem eindeutigem Trend zu folgen, sondern vielleicht sogar einen zu setzen, aber vor allem, die Musik zu spielen, die sie am Meisten mögen. Das ist im Fall des Quartetts Indie-Rock der eingängigen Sorte. Klare Gitarrenmelodien werden untermalt von quietschend gut gelaunten Keyboard- und Synthie-Lines und spannenden Melodiebögen. Melodien, die vor allem eines sind und zwar catchy. Etwa in der Single „So Tomorrow“, die sich mit ihrem zackigen Rhythmus in die Gehörgänge grooven und gepaart mit den smarten an Blur gemahnenden Lyrics da auch nicht so schnell weg wollen. „Well everything is better at the weekend/and everything’s better in a car/and everything’s better with a girlfriend who’s ten times cooler than you are“ singt Sänger Tom da augenzwinkernd und mit typisch britischer Exaltiertheit. „So Tomorrow“ bleibt aber nicht der einzige Hit auf dem Album, „The Girl From The BBC“ mit der Zeile „I like her / she likes me“ und dem düh düh dü im Refrain ist ein Garant für den widerspenstigsten Ohrwurm dieses Frühjahrs. Die meisten Stücke auf „Understanding Electricity“ sind vor allem eine Verneigung vor XTC und dem Brit-Pop der 90er Jahre, allen voran Blur, vermischt mit einer gehörigen Portion jugendlichen Umgestüms. Mit „Momentary Sanctuary“ kommt ist der beste Songs des Albums relativ weit am Ende platziert und besticht durch an Muse erinnernde sphärische Synthies und hymnischen Gesang. Das alles macht „Understanding Electricity“ zu einem überzeugenden Beispiel britischen Indie-Rocks und vielleicht auch zu einem Beleg des „neuen britischen Eskapismus“ (so Sänger Tom Charge Burke im Interview mit uns).

Video zu „So Tomorrow“

Myspace // Label

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