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Nouvelle Vague – 3

Komisch, der erste Gedanke, den ich hatte, als ich anfing diese Zeilen zu tippen war, ob wir inzwischen auf unserer schönen Plattform mehr französische Bands als deutsche Bands behandelt haben. Ich sollte mal eine Auszählung machen. Dass die Engländer dabei die Nase vorne haben werden, würde mich nicht überraschen, die Amerikaner kommen dann wohl an zweiter Stelle, aber liegt Frankreich vielleicht sogar vor Deutschland? Das wäre beinahe ein kleiner Skandal, schließlich wird in Kollegenkreisen Musik aus Frankreich immer noch mit einem gewissen Exotenbonus versehen / belächelt. Gut, genug zum Einleitungsgedanken, Nouvelle Vague kommen also auch aus Frankreich. Das dürfte auch schon bekannt sein, oder spätestens am Namen auffallen. Auch ihr Anspruch, Musik des New Wave in ein neues Soundkleid zu verpacken und mit weiblichen Stimmen einzuspielen hat sich nun schon auf zwei Alben bewährt.

Frei nach dem Motto „Never Change a Winning Team“ setzt das Duo Marc Collin und Olivier Libaux diese Philosophie auch auf ihrem schlicht mit „3“ betitelten dritten Album weiter fort. Wieder hat sich das Duo allerlei Gastsängerin gesucht, die sich der 80er Jahre Songs annehmen und sie auf ihre Art singen. Gleich mit dem Opener „Master & Servant“ (Depeche Mode) fahren die Beiden große Geschütze auf und haben Depeche Mode Songwriter Martin L. Gore als Background-Sänger für Mélanie Pain verpflichtet. Über die leicht chillige, leicht von Country angehauchte Version des Songs lässt sich sicherlich streiten, Martin L. Gore allerdings als Gastsänger zu haben kommt aber doch schon einem Ritterschlag gleich. Der Violent Femmes Song „Blister in the Sun“ wurde dem Titel gerecht sommerlich leicht umgesetzt und schafft es gute Laune zu machen. Herzerweichend schön ist „All My Colors“ von Echo & The Bunnymen geraten, das in ein sanftes Balladengewand verpackt wurde. Melanie Pain wird dabei übrigens von Echo & The Bunnymen Sänger Ian McCulloch unterstützt. Ein noch größerer Ritterschlag. Abgesehen von den Ritterschlägen ist das Album fröhlich leicht geraten, etwa die herrlich entspannte Version von „God Save The Queen“ (Sex Pistols). Alles klingt insgesamt ganz nach Nouvelle Vague, irgendwie einfach typisch Französisch. Ein geeigneter Begleiter für laue Sommerabende in der Hängematte, oder auch auf der Hollywoodschaukel.

Rating: ★★★½☆
Nouvelle Vague

Tour-Daten:

04. Juli, Berlin, Astra Kulturhaus
22. August, Hamburg, International Summer Festival
09. September, Düsseldorf, ZAKK
10. September, Mannheim, Alte Feuerwache
11. September, Dresden, Alter Schlachthof
12. September, München, Theaterfabrik

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